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Tierschützer besetzen Geflügelschlachthof

Radikaler Protest gegen große Tierfabrik in Niederlehme

Niederlehme. Mehrere Dutzend Tierschützer der Bewegung Animal Save haben am Samstag einen Geflügelschlachthof bei Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) besetzt. Die Polizei sprach von rund 70 Aktivisten, die Aktivisten von bis zu 100 Teilnehmern. Etwa 30 Aktivisten hätten sich an zwei Tore des Betriebs in Niederlehme gekettet, sagte eine Polizeisprecherin. Zehn Teilnehmer stiegen laut Animal Save auf zwei Dächer.

Ein Tierschützer klebte nach Polizeiangaben mit Hilfe von Sekundenkleber an einem Eingangstor, zwei hätten sich miteinander verklebt. Sie seien mit Lösungsmittel getrennt worden. Die Aktivisten räumten ein Tor wieder frei, bei dem anderen Tor durchtrennten Polizeibeamte die Ketten. Zwei Aktivisten hätten sich geweigert, die Aktion zu beenden. 41 Teilnehmer, von denen die Identität festgestellt wurde, hätten Platzverweise erhalten, teilte die Polizei mit. Gegen die Aktivisten, die auch aus anderen EU-Ländern gekommen seien, werde wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, Hausfriedensbruchs und Nötigung ermittelt.

Hintergrund der Aktion, die nicht angemeldet war, ist auch ein Coronavirus-Ausbruch in dem Geflügelbetrieb. Bisher wurden hier nach Angaben des Landkreises Dahme-Spreewald neun Infektionen gezählt, rund 700 Menschen wurden getestet. »Tierfabriken und Schlachthöfe sind nicht nur zu Corona-Zeiten gefährliche Infektionsherde«, ließen die Besetzer am Samstag mitteilen. Hinzu komme, dass diese Industrie aber auch und vor allem für die Tiere »die Hölle« sei: »Das millionenfache Leid muss endlich ein Ende haben.« Der Schlachthof in Niederlehme gehöre daher schleunigst geschlossen, so eine Sprecherin.dpa/nd

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