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Schnauze halten und zuhören

Marie Frank über den Umgang von Weißen mit der Rassismusdebatte

  • Von Marie Frank
  • Lesedauer: 2 Min.
Rassismus: Schnauze halten und zuhören

Weiße Menschen können sich nicht vorstellen, wie es ist, als nicht-weiße Person durch Berlin zu laufen. Welche Unsicherheiten es mit sich bringt, jeden Moment rassistisch beleidigt oder angegriffen werden zu können. Welche Angst es macht, damit allein gelassen zu werden, weil die Polizei in solchen Momenten nicht dein Freund und Helfer, sondern dein Feind und Täter ist. Umso wichtiger ist es, dass dieses Thema endlich breit in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Indem Fälle rassistischer Polizeigewalt öffentlich gemacht werden. Indem darüber diskutiert wird, ob die Polizei überhaupt noch reformierbar ist oder nicht abgeschafft gehört. Indem Debatten über die Umbenennung rassistischer Straßennamen geführt werden.

Der automatische Reflex bei Weißen ist scheinbar, bei dem Thema sofort »Ja, aber« oder »Wir haben doch echt wichtigere Probleme« zu sagen - und dann wie ein Kleinkind zu reagieren, wenn man ihre Privilegiertheit thematisiert. Stattdessen wäre geboten, einfach mal die Schnauze zu halten und zuzuhören. Natürlich ist das Problem nicht damit gelöst, eine Straße nach einem Schwarzen Menschen umzubenennen.

Auch wenn dies ein guter Anfang wäre, immerhin sind nur zwei (!) von 450 000 in Deutschland nach irgendjemandem benannten Straßen Afrodeutschen gewidmet, eine davon in Berlin. Es geht hier um die Sichtbarkeit von Schwarzem Leben im öffentlichen Raum, und das ist keine Kleinigkeit. Damit fängt es an. Und es hört erst auf, wenn die herrschende kapitalistische Ordnung, die strukturell auf Rassismus basiert, endlich abgeschafft ist.

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