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Mehr Kinder hungern in Corona-Zeiten

Bis Ende des Jahres droht zusätzlich 6,7 Millionen Mädchen und Jungen akute Mangelernährung

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 2 Min.
Coronakrise: Mehr Kinder hungern in Corona-Zeiten

»Es wird immer deutlicher, dass die Auswirkungen der Pandemie den Kindern mehr Schaden zufügen als die Krankheit selbst«, sagte Henrietta Fore am Dienstag in New York. Dort stellte die Exekutivdirektorin des UN-Kinderhilfswerks Unicef einen neuen Bericht vor. Die Grundthese: Vermehrte Armut, Versorgungsengpässe und steigende Lebensmittelpreise infolge der Pandemie führten zu mehr Hunger.

Akute Mangelernährung ist laut Unicef lebensbedrohlich. Betroffene Kinder seien zu dünn für ihre Körpergröße und hätten ein höheres Risiko zu sterben oder in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung zurückzubleiben. Laut Unicef waren 2019 schätzungsweise 47 Millionen Kinder unter fünf Jahren akut mangelernährt. Humanitäre Hilfsorganisationen benötigen den Angaben nach 2,4 Milliarden US-Dollar (rund 2,0 Milliarden Euro), um Kinder und Mütter bis Ende des Jahres mit Ernährungsprogrammen zu unterstützen.

Die Coronakrise und damit einhergehende Beschränkungen werden im ersten Pandemiejahr UN-Schätzungen zufolge zum Hungertod von mehr als 10 000 Kindern pro Monat führen. Betroffen seien Regionen, die ohnehin unter Nahrungsmittelknappheit leiden, warnten die Vereinten Nationen am Montag. Vier UN-Behörden verwiesen in ihrer düsteren Prognose auf landwirtschaftliche Höfe mit kärglichen Erträgen, die von Märkten abgeschnitten seien, sowie auf Dörfer, die von Lebensmittel- und Medizinlieferungen nicht erreicht würden. Die zunehmende Mangelernährung werde Langzeitfolgen haben, hieß es. Aus individuellen Tragödien drohe damit eine Generationenkatastrophe zu werden.

Zusätzlich mehr als 550 000 Kinder seien jeden Monat vom sogenannten Wasting-Syndrom betroffen, teilten die UN mit. Dabei handelt es sich um Mangelernährung, die sich in spindeldürren Gliedmaßen und extrem aufgeblähten Bäuchen äußert. Das Wasting-Syndrom und Verkümmerung können bei einem Kind dauerhafte körperliche und psychische Schäden verursachen. »Die Auswirkungen der Covidkrise auf die Lebensmittelsicherheit werden sich noch in vielen Jahren zeigen«, sagte Francesco Branca, Chef für Ernährung bei der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Seit 1980 hat die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren stetig abgenommen. 2018 starben weltweit 5,3 Millionen Kleinkinder, etwa 45 Prozent dieser Tode seien auf Unterernährung zurückzuführen.

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