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Innenseiter

  • Von Ian King, London
  • Lesedauer: 2 Min.

Das Gebäude an der Londoner Vauxhall-Brücke, das von ferne an einen modernen Nachbau von Kafkas Schloss im neo-brutalen Baustil erinnert, bekommt einen neuen Hausherrn: Richard Moore wird Chef des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6.

Moore (jetzt im Dienstgebrauch »C«) hat nach 1987 mehrere Jahre lang für den Dienst gearbeitet, was laut BBC-Korrespondent Gordon Corera eine Trumpfkarte bei seiner Bewerbung war. Er bleibt bis zur Amtsübernahme im Herbst politischer Direktor im Außenministerium, vorher war er - fließend Türkisch sprechend - Botschafter in Ankara.

Zu Moores beruflicher Karriere gehörten zudem Diplomatenposten in Vietnam, Pakistan und Malaysia sowie die Rolle als stellvertretender Direktor des Amtes für Nationale Sicherheit. Man könnte ihn als »Innenseiter« der Macht beschreiben. Ein Fachmann, aber keiner, der den Laden komplett umkrempelt, wie Boris Johnsons Chefberater Dominic Cummings sie eigentlich für Beamtenposten wünscht. Das erklärt zum Teil die freundliche, wohl auch erleichterte Begrüßung durch den Noch-Geheimdienstchef Sir Alex Younger sowie durch einen anderen Amtsvorgänger, Sir John Sawers.

MI6 versieht nach eigener Definition drei Hauptaufgaben: Verhinderung des Terrorismus, Störung der Handlungen feindlich gesinnter Staaten sowie den Versuch, Großbritannien Vorteile im Cyberbereich zu verschaffen. Der Vater von zwei Kindern wird für seine Hobbys, zu denen Golfen, Wandern und das Sammeln türkischer Teppiche gehören, von nun an wohl wenig Zeit haben. Das von der Regierung Johnson hinausposaunte »globale Britannien« ist bisher nur in groben Umrissen erkennbar. Die EU sieht der Premier weniger als Nachbarn denn als Rivalen, die Chinesen werden auf Geheiß des Meisters in Washington als kommunistische Teufel beargwöhnt. Kurz: Die Auslandsspione der Briten werden zu tun haben.

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