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Hin und Her im Kader

Trainingsauftakt beim 1. FC Union: Die Berliner starten mit einigen Unwägbarkeiten in die neue Saison

  • Von Matthias Koch
  • Lesedauer: 4 Min.
Urs Fischer geht voran: Für Unions Aufstiegstrainer und sein Team bleibt auch im zweiten Bundesligajahr der Klassenerhalt das Ziel.
Urs Fischer geht voran: Für Unions Aufstiegstrainer und sein Team bleibt auch im zweiten Bundesligajahr der Klassenerhalt das Ziel.

Christian Gentner, Akaki Gogia und Christopher Lenz machten es sich an der Seitenlinie im Stadion An der Alten Försterei bequem. Die Profis des 1. FC Union saßen am Donnerstagmittag nach dem offiziellen Trainingsauftakt des Fußball-Bundesligisten noch lange auf dem Rasen zusammen - ein Stück Normalität in der Coronazeit.

Einen guten Monat nach dem Ende der ersten Bundesligasaison, die die Köpenicker mit einem sehr ordentlichen elften Rang abschließen konnten, ging es wieder los. Seit Montag hatten bereits die obligatorischen Leistungs- und Coronatests stattgefunden. »Wir sind schon zwei Mal getestet worden. Keiner war positiv«, sagte Kapitän Christopher Trimmel.

Die Pandemie wird auch weiterhin zum Alltag der Fußballer gehören - Fans waren beim Auftakttraining nicht zugelassen, nur Medienvertreter durften im Stadion dabei sein. Die Einheit verlief zweigeteilt. Die rund 25-minütige Erwärmung fand auf dem Trainingsgelände statt, dann zog es die 20 Feldspieler und zwei Torhüter ins Stadion. Dort ließ Trainer Urs Fischer Spielformen proben.

Zu den Übenden gehörten vier neue Gesichter. Im Blickpunkt standen vor allem die beiden defensiven Neuverpflichtungen Sebastian Griesbeck vom Zweitligisten 1. FC Heidenheim und Niko Gießelmann von Erstligaabsteiger Fortuna Düsseldorf. Zudem trainierte Nachwuchsmann Tim Luis Maciejewski mit, der einen Profivertrag erhalten hat. Zur Probe spielte der ehemalige Magdeburger Torwart Alexander Brunst vor.

Einige Akteure fehlten allerdings. Der bereits als Neuerwerbung verkündete Flügelstürmer Keita Endo vom japanischen Meister Yokohama F. Marions lässt noch auf sich warten. Der zweifache japanische Nationalspieler wurde bis zum Saisonende ausgeliehen. Union sicherte sich zugleich eine Kaufoption, allerdings beginnt sein Leihvertrag erst am 1. August. Offen ist auch, wie schnell Endo einsatzfähig ist. Der 22-Jährige verletzte sich am vergangenen Wochenende bei der 1:3-Niederlage bei H.C. Sapporo. Er musste frühzeitig ausgewechselt werden. »Wir wollen erst einmal ein paar Eindrücke von ihm gewinnen und ihn in Berlin ankommen lassen. Er muss sich eingewöhnen. Das braucht Zeit«, sagte Fischer.

Wegen Krankheit oder Verletzung sind derzeit zudem Stürmer Sebastian Andersson, Offensivmann Marcus Ingvartsen, Verteidiger Julian Ryerson und Torwart Moritz Nicolas nicht richtig einsatzfähig. Ryerson stieg zumindest am Donnerstagnachmittag mit in den Bus, der Union ins viertägige Kurztrainingslager nach Bad Saarow brachte. Bei Andersson ist möglicherweise auch noch mit einem Verkauf zu rechnen.

Der mit jeweils zwölf Treffern beste Union-Torschütze der vergangenen beiden Spielzeiten in der 1. und 2. Bundesliga wird von deutschen und ausländischen Vereinen umworben. Der schwedische Nationalspieler besitzt eine Ausstiegsklausel im mittleren einstelligen Millionenbereich. Sollte er von Bord gehen, müsste sich Union neu orientieren. Eine ordentliche Ablösesumme für ihn würde aber auch den Weg für weitere Neuerwerbungen freimachen. Der ehemalige Wolfsburger Verteidiger Robin Knoche, der sich bereits in der Alten Försterei umschaute, zählt zu den Kandidaten. Aber Knoche scheint abwarten zu wollen, wen die Köpenicker noch holen. Chefcoach Fischer verweist darauf, dass die Transferperiode noch bis Anfang Oktober dauert.

Hauptproblem ist derzeit die Torhüterposition: Einen Nachfolger für den zum FC Augsburg abgewanderten Rafal Gikiewicz konnte Sportchef Oliver Ruhnert noch nicht präsentieren. Von den drei unter Vertrag stehenden Schlussleuten sind zudem zwei auf dem Sprung. Die Mönchengladbacher Leihgabe Moritz Nicolas wird wohl gehen wollen, wenn Union wie erwartet eine neue Nummer eins holt. Eine erneute Leihe oder einen Verkauf strebt der zuletzt an den belgischen Erstligisten Cercle Brügge ausgeliehene Lennart Moser an, der am Donnerstag erkrankt fehlte. Moser will unbedingt, wie zuletzt in Belgien, wieder spielen. Eine gute Option für ihn ist der slowakische Spitzenklub Dunajska Streda. Dort ist der ehemalige Herthaner Bernd Storck Trainer, der Moser schon nach Brügge geholt hatte. Der dritte Union-Torwart Jakob Busk hat sich mit seiner Reservistenrolle abgefunden.

Und wen holt Union nun als Stammkeeper? Zuletzt geisterten die Namen Joel Drommel (Twente Enschede) und Ron-Robert Zieler (Hannover 96) durch die Alte Försterei. Gestern wurde Julian Pollersbeck vom Hamburger SV wieder besonders heiß gehandelt. »Wir werden ganz sicher einen Torwart zur Verfügung haben«, sagte Trainer Fischer lachend.

Andere Leihspieler wie die Verteidiger Lars Dietz (zuletzt Viktoria Köln) und Nicolai Rapp (Darmstadt 98) sowie Offensivmann Berkan Taz (Energie Cottbus) sind zwar wieder zurück. Aber ob sie tatsächlich bleiben, ist ungewiss. Rapp, der am Donnerstag nur individuell in der Kabine arbeitete, steht wohl vor der Rückkehr zum Zweitligisten Darmstadt.

An den Plänen Unions, trotz Corona ab dem ersten Heimspiel der Saison 22 012 Besucher ins Stadion An der Alten Försterei lassen zu wollen, hat sich derweil nichts geändert. Die Vorzeichen vor der Mitgliederversammlung des Ligaverbandes am Dienstag sind aber eher schlecht, weil das Stadion einen hohen Anteil an Stehplätzen besitzt. »Was Sitzplätze betrifft, haben wir das schlechteste Stadion. Jeder hat mitbekommen, dass unser Präsident kämpft«, sagt Kapitän Trimmel. »Wir sind gut beraten, uns aufs Sportliche zu konzentrieren.«

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