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Schmerzfrei im Sand

Beachvolleyballerin Kira Walkenhorst spielt wieder - und träumt sogar von Olympia. Von Franziska Breininger

Es kam alles anders als erwartet: Eigentlich wollte sich Kira Walkenhorst in Ruhe mit Melanie Gernert auf ihr Comeback vorbereiten, dann wirbelte Corona die Pläne der 29-Jährigen durcheinander. An diesem Wochenende kehrt die Beachvolleyball-Olympiasiegerin mit einer neuen Partnerin zurück - nach kurzer Vorbereitungszeit, aber mit dem Ziel, sich in Düsseldorf für die Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren. »Die Nervosität ist noch nicht da, aber ich bin mir sicher, dass die vor dem Spiel noch kommen wird«, sagt Walkenhorst. Es blieb schlicht keine Zeit für solche Gedanken. Erst seit Kurzem steht fest, dass sie mit der 18-jährigen Anna-Lena Grüne um ein Ticket für die nationalen Titelkämpfe in Timmendorfer Strand Anfang September kämpft.

»Wir hatten zwei Wochen Vorbereitung, wir haben ein gutes Niveau auf nationaler Ebene. Deswegen ist mein Ziel, dass wir uns für Timmendorf qualifizieren«, sagt Walkenhorst. Damit rechne sie aber frühestens bei der Tourstation in Hamburg vom 14. bis 16. August. Das neu formierte Duo muss sich zunächst einspielen. Die geplante Rückkehr mit Melanie Gernert fiel der Pandemie zum Opfer, stattdessen standen erst einmal die Kinder im Vordergrund. »Es waren jetzt vier Monate, in denen wir uns, wie viele andere Eltern auch, in Vollzeit um die Drillinge zu Hause kümmern mussten; da war an Sport bis auf ein paar Stabilisationsübungen nicht wirklich zu denken«, sagt Walkenhorst, deren Ehefrau Maria im Herbst 2018 die Drillinge Emma, Pepe und Mo zur Welt gebracht hatte.

Als vor knapp zwei Wochen der Anruf kam, dass die Kita in Hamburg wieder öffnet, »stand ich ohne Partnerin da«, sagt Walkenhorst. Gernert habe sich da nach Absprache bereits eine neue Mitspielerin gesucht. Obwohl alles »sehr kurzfristig und mit vielen Fragezeichen versehen« war, hielt die Weltmeisterin von 2017 jedoch an ihrem Vorhaben fest, und die Bundesnachwuchstrainer brachten schließlich die Hildesheimerin Anna-Lena Grüne ins Spiel.

Mit ihr will Walkenhorst noch einmal angreifen, bremst aber die Erwartungen: »Ich bin natürlich noch nicht auf dem Niveau von 2016.« In jenem Jahr schmetterte sie sich mit ihrer damaligen Partnerin Laura Ludwig in Rio de Janeiro zu Olympiagold. Noch einmal bei den Spielen zu starten, schließt Walkenhorst nicht aus: »Wenn ich merke, dass mein Körper das schmerzfrei mitmacht, dann könnte ich mir Paris 2024 tatsächlich vorstellen. Aber das kommt natürlich auch ein bisschen auf die Partnerin an.«

Vorher muss sie sich erst wieder an ihr Leistungsvermögen herantasten: »Die erste Woche hatte ich großen Muskelkater, aber es pendelt sich ein.« Das dürfte sie jedoch mit Blick auf die vergangenen Jahre wenig stören. Im August 2018 bestritt Walkenhorst ihr vermeintlich letztes Spiel, bevor sie verletzungsbedingt ihre Karriere vorerst beenden musste. Das Training habe sie in dieser Zeit teilweise nach zehn Minuten abbrechen müssen. »Irgendwann habe ich es laut ausgesprochen: Das war es, es geht nicht mehr.« Nun geht es doch wieder. SID/nd

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