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Van Gogh in Leipzig

Von ves

Natürlich fehlen seine berühmten Sonnenblumen nicht, in voller Blütenpracht oder auch schon halb verwelkt. Der Reiz einer virtuellen Installation: Sie kann täuschend echt Wachstum und Vergehen im Zeitraffer simulieren. Das Kunstkraftwerk Leipzig erinnert an den »Sonnenblumen-Superstar«, der vor 130 Jahren, am 29. Juli 1890 in Auvers-sur-Oise, nordwestlich von Paris, starb. »Vincent van Gogh revolutionierte mit seinem kraftvollen Pinselstrich, seinen leuchtenden Farben und seiner expressiven Malweise die Kunstgeschichte«, betonen die Macher der 35-minütigen Lichtshow, Gianfranco Iannuzzi, Renato Gatto, Massimiliano Siccardi und Luca Longobardi, ein eingespieltes Team, erfahren in der Präsentation der Impressionisten. In ihrer nunmehr fünften Ausstellung für die Messestadt an der Pleiße, in den Räumen eines einstigen Heizkraftwerks, projizieren 24 Laserbeamer Gemälde van Goghs an acht Meter hohe Wände, an Decke und Boden, untermalt von einer eigens für diese Schau komponierten, auf die jeweiligen Motive abgestimmten Musik. Besonders eindrucksvoll die »Sternennacht«, die den Besucher sanft umhüllt, umschmeichelt, streichelt. Greifbar nah und doch fern der sichelförmige Mond. Man scheint schier abzuheben. Und wird dann doch wieder in die irdische Welt zurückgebeamt. Mit Einblicken in den beschwerlichen Alltag der ländlichen Bevölkerung, ob Sämann oder Bäuerin, Kartoffelpflücker oder Grabende. Man schaut in die Gesichter arbeitender Menschen. Und in die fragend-neugierigen Augen des Malers, die zugleich unendlich traurig wirken. Selbstporträts mit und ohne Bart, mit und ohne Hut. Eine Stippvisite in der Leipzigs Saalfelder Straße lohnt sich. Sie unterstreicht van Goghs Bekenntnis: »Du siehst, was ich gefunden habe: meine Arbeit; und du siehst auch, was ich nicht gefunden habe - alles Übrige, was zum Leben gehört.« ves

Foto: dpa /Stanislaw Rozpedzik

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