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Die Polizei hat fertig

Claudia Krieg kann die Glaubwürdigkeit der Beamten nur noch anzweifeln

  • Von Claudia Krieg
  • Lesedauer: 1 Min.
Zu viel Ärger aber nicht genug Wut? Es war kaum Zeit, dem einen noch dem anderen Ausdruck zu verleihen. Die »Raus aus der Defensive«-Demonstration, zu der die von Räumung bedrohten Projekte wie die Neuköllner Kneipe »Syndikat«, das Hausprojekt Liebigstraße 34 oder die Jugendzentren »Potse« und »Drugstore« aufgerufen hatten, war nach einer Stunde beendet. Nachdem anderthalb Tage lang Tausende Reichsbürger, rechtsextreme Parteigänger, Verschwörungsanhänger und weitere gefährliche Spinner die Stadt geflutet hatten, gegen die sich, glaubt man den Behörden, nichts ausrichten lässt, tobten sich die Beamten am Samstagabend in Neukölln dann an knapp 2500 Demonstrant*innen umso konsequenter aus.

Die Bilder, wie Menschen auseinandergeprügelt, mit Pfefferspray verletzt und festgenommen werden, nachdem es zu Steinwürfen gekommen sein soll, zeigen vor allem eines: wie in der Hauptstadt politisch Prioritäten gesetzt werden. Wie schwer wiegt verdammt noch mal das Zünden von Pyrotechnik für den Erhalt linker Freiräume und alternativer, offener Jugendarbeit verglichen mit einem zehntausendfachen menschenfeindlichen Auflauf? Einem Auflauf, in dem sich alle selbst die nächsten sind und einer rot-rot-grünen Regierung – dem Feindbild Nummer eins – ungehindert Gewaltfantasien angetragen werden, die von den Behörden notorisch ignoriert werden? Ein bitteres Wochenende ist zu Ende gegangen.

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