Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.

Geschäft mit der Zukunft

denkspiel mit Mike Mlynar

Von Mike Mlynar

Einerseits ist es ein Menschheitstraum, zu wissen, was genau in der Zukunft passiert, andererseits stößt der an die Grenze des Menschenmöglichen. In diesem Zwiespalt hat sich seit Ewigkeiten ein Berufszweig angesiedelt: die Weissagerei. Eine ihrer Hauptsparten firmiert heute als Zukunfts- und Trendforschung.

Mit akademischer Reputation ist es noch nicht weit her; hierzulande gibt es nur eine Professur (private Steinbeis-Hochschule in Berlin). So gesehen kann jede und jeder beim Geschäft mit der Zukunft mitmachen. Dessen eloquenteste Vertreterinnen und Vertreter sind sehr gefragt in Talkshows und Feuilletons sowie erfolgreich beim Verkauf von Büchern. Warum das so ist, wusste schon M. T. Cicero (Philosoph, Rhetor, Politiker; 106-43 v.u.Z.). Es gebe kein Volk, »noch so fein und gebildet, noch so roh und unwissend«, das nicht meine, »Zukunft könne gedeutet und von gewissen Leuten erkannt und vorhergesagt werden« (aus dem » Buch von den Weissagungen«).

Einer der Lautsprecher der Branche demonstrierte gerade, dass zu solchen Vorhersagen vor allem Chuzpe und Unverfrorenheit gehören. Mit Blick auf die Coronakrise hatte der Mann im April bereits für die allernächste Zukunft versichert, dass »soziale Verzichte selten zu Vereinsamungen« führten, dass die »unendlich vielen Kulturkriege« beendet, dass »nicht mehr das Vermögen«, sondern »gute Nachbarn und blühende Gemüsegärten« zum Entscheidenden würden usw., usf. Dieser Tage antwortete er einer Tageszeitung auf die Frage, wie es denn nun aktuell um seine Ahnungen stünde: »Das ist, glaube ich, so gekommen.«

Natürlich ist Nachdenken über die Zukunft allemal berechtigt. Im Wortsinne schlüssig zu erforschen - also mit absolut belastbaren Ergebnissen - wird sie nie sein. Auch mathematische Methoden wie Delphibefragung und Relevanzbaum, Simulation, Trendextrapolation oder Verflechtungsmatrix verhelfen letztlich nur zu mehr oder weniger guten Abschätzungen. Alles was darüber hinausgeht bleibt Glaube, Vermutung oder Spekulation. Da haben wir es hier mit unseren beiden Zukunftsfragen einfacher:

1. 10 Schafe fressen in 10 Tagen das gesamte Gras einer Weidefläche von 10 Ar ab. 15 Schafe schaffen das in 44 Tagen auf 22 Ar. Wie viele Tage brauchen 20 Schafe für 17 Ar? Anmerkung: Auf jedem Ar (1 Ar = 100 m²) sind die anfängliche sowie die täglich nachwachsende Grasmenge gleich, und jedes Schaf frisst pro Tag die gleiche Menge.

2. Eine Radlergruppe fährt von Rostock nach Bremen. Wenn sie durchschnittlich 5 km/h schneller als geplant unterwegs ist, käme sie 5 Stunden eher an, wäre sie 10 km/h schneller als geplant, wäre sie sogar 8 Stunden eher da. Welche Durchschnittsgeschwindigkeit hatte sie sich vorgenommen?

Antworten an spielplatz@nd-online.de oder per Post (Kennwort »Denkspiel«). Einsendeschluss: Mittwoch, 12. August. Absender nicht vergessen, denn wir verlosen zwei Buchpreise separat für die richtigen Antworten auf beide Fragen. Auch Einzeleinsendungen sind möglich.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung