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Libanon

Das lange vergessene Land

Aert van Riel über internationale Hilfe für den Libanon

Von Aert van Riel

Die Katastrophe war schon vor der Explosion im Libanon da. Das Land leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise und benötigt dringend Hilfe. Elend herrscht auch in den Flüchtlingslagern, wo sich vor allem Menschen aus Syrien aufhalten. Der Libanon hat 1,5 Millionen von ihnen aufgenommen, obwohl der Zedernstaat selber nur 4,5 Millionen Einwohner hat.

Das Notwendigste bekommen diese Menschen unter anderem vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Wegen der fragilen Lage ist zudem eine UN-Militärmission in dem Land. Ansonsten hat sich die internationale Gemeinschaft bis vor kurzem nicht sonderlich für den Libanon interessiert.

Das hat sich nun geändert. Die Explosion im Hafen von Beirut hat mehr als 150 Menschen das Leben gekostet. Mehr als 300 000 Libanesen sind obdachlos geworden. Deswegen scheint es nun eine große internationale Solidarität mit dem Land zu geben. Die Bundesregierung sagte Unterstützung zu, die UN wollen ein paar Millionen Euro locker machen und selbst Israel, das mit der libanesischen Hisbollah verfeindet ist, bietet sich an.

Der Präsident der einstigen Kolonialmacht Frankreich, Emmanuel Macron, trat sogar auf den Straßen von Beirut auf und wurde bejubelt. Zwar ist es zu begrüßen, dass den betroffenen Menschen mit internationaler Unterstützung schnell geholfen werden kann, aber die Gebenden sind keine Altruisten. So haben etwa die Franzosen wegen ihrer guten Beziehungen zu den Christen im Libanon einen gewissen Einfluss in dem Land.

Klartext wird bereits beim Internationalen Währungsfonds gesprochen. Der IWF besteht im Gegenzug für ein Hilfspaket auf Wirtschaftsreformen im Libanon. Dabei dürfte es nicht nur um den Kampf gegen die weit verbreitete Korruption gehen. Der IWF steht in der Kritik, weil er in vielen Staaten eine neoliberale Agenda durchsetzen will. Das sind alles keine guten Voraussetzungen für eine baldige Erholung des Krisenstaates.

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