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So frei ist der Welthandel

Chinesische Apps, russisches Gas, kanadisches Aluminium, japanische Investitionen - Szenen aus dem Weltwirtschaftskrieg

TikTok: US-Präsident Donald Trump geht gegen die chinesischen Firmen hinter WeChat und TikTok vor. Der Republikaner verfügte am Donnerstag Anordnungen, die Transaktionen mit ByteDance, Eigner der vor allem bei Jugendlichen beliebten Video-App TikTok, und Tencent, dem Eigner der WeChat-App, untersagen. Die Dekrete treten in 45 Tagen in Kraft, US-Unternehmen dürfen dann keine Geschäfte mit den chinesischen Konzernen mehr machen. Der Schritt markiert eine Eskalation in der Konfrontation mit Peking, in der die USA versuchen, Chinas Aufstieg zur Technologie-Supermacht zu bremsen. WeChat ist eine der populärsten Apps weltweit mit einer Milliarde Nutzern. Ihr Eigentümer Tencent gehört zu den größten chinesischen Technologieunternehmen. Laut einem Bericht der »Financial Times« will der US-Softwarekonzern Microsoft das weltweite Geschäft des Videodienstes TikTok übernehmen, nicht nur das in den USA. Darin eingeschlossen seien die Aktivitäten in Europa und Indien.

Nord Stream 2: Im Streit über die Gaspipeline Nord Stream 2 üben US-Senatoren Druck auf den Hafen Sassnitz auf Rügen aus. »Wenn Sie weiter Waren, Dienstleistungen und Unterstützung für das Nord-Stream-2-Projekt bereitstellen, würden Sie das zukünftige finanzielle Überleben Ihres Unternehmens zerstören«, zitierte das »Handelsblatt« aus einem Schreiben der Senatoren Ted Cruz, Tom Cotton und Ron Johnson an die Geschäftsführung der Fährhafen Sassnitz GmbH. Die USA hintertreiben die Lieferung von russischem Gas nach Europa.

Kanada: Wenige Wochen nach dem Inkrafttreten des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens USMCA hat die US-Regierung Sonderzölle auf kanadische Aluminiumprodukte eingeführt. Kanada würde die USA mit ihrem Aluminium »überfluten«, begründete US-Präsident Donald Trump den Schritt. »Um eine starke Nation zu sein, muss Amerika eine Industrienation sein, und das bedeutet, unsere nationale Industriebasis zu schützen.« Die Regierung in Ottawa kündigte Vergeltungsmaßnahmen in ähnlichem Umfang an. Die US-Handelskammer bedauerte den Beschluss, da er die Rohstoffkosten der US-Industrie erhöhen werde.

Japan: Die Regierung in Tokio hat ein Programm aufgelegt, mit dem japanische Unternehmen zur Verlagerung ihrer Produktion aus China motiviert werden sollen. Subventionen gibt es für Firmen, die Standorte in Japan oder anderen Staaten Südostasiens ausbauen. So erhält der Chipkonzern Fujikin zwei Drittel seiner Verlagerungskosten von China nach Vietnam von der Regierung ersetzt. »Schon vor der Coronapandemie und dem US-chinesischen Handelskrieg gab es eine Bewegung der Unternehmen aus China heraus«, sagte Satoshi Kitashima von der japanischen Außenhandelsorganisation dem Finanzdienst Bloomberg. In den vergangenen zehn Jahren wuchsen Japans Direktinvestitionen in die südostasiatischen Staaten doppelt so schnell wie die in China. sk

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