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»Goldene Zukunft«

Sprinter Deniz Almas blickt nach seinem Meisterschaftssieg über 100 Meter euphorisch nach vorn

  • Von Ulrike John, Braunschweig
  • Lesedauer: 3 Min.

Für eine Fußballerkarriere taugt Deniz Almas einfach nicht. »Mein Trainer hat immer gesagt, dass ich schneller als der Ball bin. Ich war schon weg, als der Ball kam«, erzählte der neue Deutsche Meister über 100 Meter Deniz Almas mal. Dann eben ein Sprintstar: Bei den Leichtathletik-Titelkämpfen am Wochenende in Braunschweig flitzte der Sohn einer Deutschen und eines Türken allen davon und gewann in starken 10,09 Sekunden. Damit ist der Mann vom VfL Wolfsburg in der Coronasaison sogar Europas Schnellster.

Unter dem Hashtag turbotürke postet der in Calw geborene und im Schwarzwald aufgewachsene Almas gerne Beiträge bei Instagram. Dabei kann er nach eigenen Angaben kein Türkisch. Im Februar beschrieb sich der Student der Sportwissenschaft nach seinem Sieg bei den nationalen Hallenmeisterschaften über 60 Meter sogar als titeltürke. Aber 100 Meter? »Da dachten viele, der kommt hinten eh nicht an«, sagte Almas. Aber er habe in seiner Trainingsgruppe in Leipzig viel am letzten Drittel des Sprints gearbeitet. »Ich bin Kopf stärker geworden. Ich weiß: Die letzten 20 Meter, da kann ich das Ding holen.« Dabei lasse er sich auch nicht mehr von einem »Startmonster« wie Julian Reus irritieren. Der 32 Jahre alte deutsche Rekordhalter aus Erfurt musste im leeren Eintracht-Stadion als Dritter in 10,26 Sekunden nicht nur Almas, sondern auch noch den jungen Kölner Joshua Hartmann (10,23) vorbeiziehen lassen - eine Wachablösung.

Ob Almas als erster deutscher Sprinter die Zehn-Sekunden-Marke unterbieten kann? »Natürlich denkt man auch an so was, aber ich mache mir da keinen Kopf.« Seit Reus’ Bestmarke von 10,01 Sekunden im Jahr 2016 war keiner so schnell wie Almas. Vor einer Woche hatte er in Weinheim schon mit 10,08 geglänzt. »Danach hatte ich mir schon sehr, sehr große Chancen ausgerechnet. Aber man muss es erst mal machen - und ich hab’ es gemacht! Ich bin super happy«, jubelte Almas.

Nach einem Seuchenjahr mit vielen Verletzungen 2018 ist der Hobbyfußballer auf dem besten Weg zu den Olympischen Spielen 2021 in Tokio. Damals verlor er seinen Platz im Bundeskader, fand sich aber beim VfL Wolfsburg und dem ehemaligen Sprinter Sven Knipphals »gut aufgefangen«. Das gilt auch für seine Trainingsgruppe in Leipzig, die Almas überschwänglich lobte: »Ist Sprint ein Teamsport? Im Stadion nein, da will jeder gewinnen, aber im Hintergrund agiert auch ein Team, und ohne dieses Team wäre ich nicht da, wo ich bin. Man sieht, dass wir in Leipzig sehr, sehr gute Arbeit machen, trotz Corona. Wir blicken auf eine goldene Zukunft.«

Am Anfang habe man ein bisschen ins Blaue hineintrainiert, erklärte Almas. Irgendwann habe man die Möglichkeit genutzt, »dieses Jahr ganz ohne Druck anzugehen, hart zu arbeiten und den Rückenwind aus dieser Saison mitzunehmen, um eine super Vorbereitung auf die Olympischen Spiele zu machen«, erklärte der neue Hoffnungsträger. »Für mich war es das Beste, was passieren konnte. Jetzt habe ich richtig Blut geleckt, richtig Bock - übertrieben Bock.« dpa/nd

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