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Die letzte Testreihe

Die Favoriten für die Tour de France messen sich bei einem Vorbereitungsrennen schon mal in den Alpen. Viele Fans dürfen nicht zusehen

  • Von Stefan Tabeling, Clermont-Ferrand
  • Lesedauer: 3 Min.

Wenn am Mittwoch die Dauphiné-Rundfahrt losrollt, wird im Radsport der Ernstfall geprobt: bei den Spitzenfahrern um Deutschlands Tour-Hoffnung Emanuel Buchmann, Superstar Chris Froome und Co., die sich auf fünf Bergetappen einem anspruchsvollen Formcheck für die in zweieinhalb Wochen beginnende Frankreich-Rundfahrt unterziehen. Aber auch bei den Organisatoren, deren striktes Corona-Maßnahmenpaket den Tour-Stresstest bestehen muss.

»Ich bin echt heiß drauf, dass es endlich wieder losgeht«, sagte Buchmann dem »Münchner Merkur« vor seinem ersten Renneinsatz nach der monatelangen Coronapause: »Jetzt habe ich wirklich genug trainiert. Ich möchte mich endlich wieder mit der Konkurrenz messen.«

Die Chance bekommt er. Das Starterfeld hat Tour-Format. Im Kolumbianer Egan Bernal sowie den Briten Geraint Thomas und Chris Froome sind alle Tour-Sieger der vergangenen fünf Jahre für den Rennstall Ineos am Start. Für Vierfach-Sieger Froome, der nach seinem schweren Sturz vor einem Jahr nicht so recht in Form kommt, geht es dabei noch um die Tour-Teilnahme. Ein herausragendes Trio hat aber auch die niederländische Mannschaft Jumbo-Visma dabei: Vuelta-Sieger Primoz Roglic aus Slowenien, der ehemalige Giro-Champion Tom Dumoulin und der Tour-Dritte Steven Kruijswijk (beide Niederlande) fahren mit. Nicht zu vergessen sind die französischen Fanlieblinge Julian Alaphilippe und Thibaut Pinot.

Der Großteil der auf Flachetappen spezialisierten Sprinter hat indes schon im Vorfeld abgewunken - aus gutem Grund. Nicht weniger als 27 Bergwertungen warten an den fünf Tagen auf die Fahrer, gleich viermal müssen Anstiege der höchsten Kategorie erklommen werden. Dann wird sich vielleicht auch zeigen, ob Buchmanns Ambitionen auf das Tour-Podest wirklich realistisch sind. Nach Platz vier im Vorjahr soll eine Steigerung gelingen, womöglich gar der ganz große Coup. »Wenn Podium das Ziel ist, dann ist der Toursieg nicht weit weg«, sagte Buchmann entgegen seines Naturells sehr forsch.

Während seine größten Rivalen Bernal und Roglic bereits starke Leistungen und Resultate nach der Pause abgeliefert haben, feilte Buchmann im Training bis zuletzt an seiner Form. Sein Teamchef Ralph Denk ist mit dem Kapitän zufrieden. »Das Training ist gut gelaufen. Er hat seine geplanten Umfänge durchgezogen, war nie krank. Von daher sieht es gut aus«, sagte Denk, gab aber auch zu bedenken: »Die Luft bei der Tour ist wahnsinnig dünn. Das wird von der Leistungsdichte her die schwerste Rundfahrt der letzten Jahre.«

Zumindest hat das nur 59 Kilogramm wiegende deutsche Leichtgewicht sein Tour-Ticket sicher. Chris Froome muss dagegen noch liefern, nachdem er jüngst bei der Tour de l’Ain in den Bergen frühzeitig abgehängt worden war. Wie groß das Interesse vom Team Ineos noch ist, seinen Star der vergangenen Jahre zur Tour mitzunehmen, bleibt fraglich. Schließlich verlässt Froome den Rennstall zur kommenden Saison ohnehin in Richtung des Teams Israel Start-Up Nation.

Doch nicht nur für die Fahrer ist es eine anspruchsvolle Tour-Generalprobe. Auch der Veranstalter ASO, der zugleich die Tour vom 29. August bis 20. September austrägt, kann sein Konzept auf Tauglichkeit überprüfen. Dieses sieht starke Einschränkungen vor. Maximal 5000 Zuschauer dürfen in den Start- oder Zielbereich, der Zugang zu den Bergen wird eingeschränkt, und nur Teamangehörige erhalten Zugang zu den Mannschaftsbussen. In den Hotels bekommen die Teams jeweils eine Etage für sich, die Werbekarawane wird auf 40 Prozent reduziert.

Corona bleibt der große Gegner, zumal in Frankreich zuletzt die Infektionszahlen zum Teil auf mehr als 2000 Fälle pro Tag angestiegen sind. Einen kompletten Zuschauerausschluss soll es aber nicht geben. »Die Tour bleibt eine Feier«, sagte Tour-Chef Christian Prudhomme. dpa/nd

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