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Jungmännerseilschaften bei Delfinen

Das Verhalten der Meeressäuger vor Westaustralien wurde untersucht.

Von Barbara Barkhausen

Strategisches Networking als Schlüssel zum Erfolg, das gilt nicht nur für den Menschen. Eine neue Studie über Delfine zeigt, dass die Säugetiere in ihren Anfangsjahren viel Zeit darauf verwenden, Verbindungen aufzubauen, die ihnen später Vorteile bringen.

So suchen sich Delfine unter zehn Jahren bewusst Gleichaltrige und Aktivitäten aus, die ihnen helfen, Fähigkeiten zu entwickeln, die sie im Erwachsenenalter benötigen. Dies fanden Forscher der beiden US-amerikanischen Universitäten Georgetown und Duke heraus. Für die Studie, die in der Fachzeitschrift »Behavioral Ecology« veröffentlicht wurde, analysierte das Team Aufzeichnungen aus der Shark Bay in Westaustralien. In der abgelegenen Bucht, rund 700 Kilometer nördlich von Perth beobachten Wissenschaftler seit fast 30 Jahren das Verhalten der dort lebenden Delfine.

Die Forscher untersuchten, mit wem die jungen Delfine zusammen waren und wie sie ihre Zeit verbrachten, wenn kein Erwachsener in der Nähe war. Dabei stellten sie fest, dass die Säugetiere den Schutz ihrer Mütter mit drei oder vier Jahren verlassen. Ab diesem Zeitpunkt werden sie deutlich selbstständiger und halten sich in Gruppen auf, die sich ständig verändern.

Die Analysen ergaben, dass die Delfine, obwohl sie den ganzen Tag über alle zehn Minuten von Gruppe zu Gruppe huschten, mehr Zeit mit ein paar engen Freunden verbringen. »Diese Beziehungen spiegeln Vorlieben wider«, sagte Allison Galezo, eine Doktorandin an der Duke Universität. Junge Männchen bevorzugen die Gesellschaft anderer Männchen, Weibchen dagegen würden lieber Zeit mit anderen weiblichen Delfinen verbringen, erklärte die Biologin.

Die Forscher beobachteten auch, dass männliche und weibliche Delfine auf unterschiedliche Art und Weise interagierten. Männliche Delfine verbringen ihre Zeit häufiger zusammen als weibliche. Weibliche Delfine knüpfen in ihren Jugendjahren dagegen seltener Kontakte und verbringen stattdessen doppelt so viel Zeit wie ihre männlichen Artgenossen, um nach Fischen zu jagen.

Diese Unterschiede deuten darauf hin, dass das soziale Leben junger Delfine von den bevorstehenden Anforderungen im Erwachsenenalter geprägt sein könnte, sagte Galezo. Im Erwachsenenalter müssen die Männchen über genügend soziales Gespür verfügen, um starke Allianzen aufzubauen und aufrechtzuerhalten, oder sie verpassen ihre Chance, sich zu paaren. Ein erfolgreiches, erwachsenes Delfinweibchen muss sich dagegen um seine Kälber kümmern und braucht als stillende Mutter mehr Kalorien. Daher verbringen junge weibliche Delfine möglicherweise mehr Zeit damit, Fähigkeiten zu entwickeln, die sie später benötigen.

Eine weitere aktuelle Studie über australische Delfine bestätigt ebenfalls die engen Freundschaften vor allem der Männchen. Kate Robb von der Marine Mammal Foundation: »Sie haben eine sehr starke Bindung und formen das, was wir als Allianz bezeichnen würden.«

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