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Fatales Signal

Sebastian Bähr über die kurzfristig verbotene Hanau-Gedenkdemo

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 1 Min.

Die Angehörigen der Mordopfer von Hanau hatten viel Energie in die für Samstag geplante Gedenkdemonstration gesteckt. Dass Oberbürgermeister Claus Kaminsky kurzfristig die Veranstaltung mit Verweis auf Corona verbot, ist ebenso unverhältnismäßig wie ein fatales Signal bezüglich politischer Prioritäten. Der Anstieg der Corona-Zahlen hatte sich in der Region schon länger abgezeichnet. Ordnungsamt und Veranstalter hatten an einem Hygiene-Konzept gearbeitet. Strenge Auflagen als Alternative zu einem Komplettverbot wären möglich gewesen. So aber wurde Infektionsschutz gegen Gedenken ausgespielt.

Mit Blick auf die - vor allem von Weißen besuchten - Demos der Corona-Leugner verfestigt sich das Gefühl, dass bei der Auslegung der Pandemieverordnungen mit zweierlei Maß gemessen wird. Ob Spielräume genutzt werden, scheint davon abzuhängen, wer seine Meinung in die Öffentlichkeit trägt. Oder wer es wert ist, dass an ihn erinnert werden darf. Das Vertrauensverhältnis der Hinterbliebenen zur Politik dürfte sich weiter verschlechtert haben.

Dass letztlich in mehr als 50 Städten Livestreams der Kundgebung übertragen wurden, ist ein starkes Zeichen der Solidarität. Für Hessen und Deutschland aber war das Wochenende beschämend.

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