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Dreifacher Ärger droht

Wirt in Bremerhaven wählte abwertenden Namen für Mixgetränk

  • Von Hagen Jung
  • Lesedauer: 2 Min.

Lakritze, Wodka und türkischer Pfeffer gemixt - fertig ist ein Getränk, dem der Wirt der «Union Stuben» in Bremerhaven, einer Kneipe am Hauptbahnhof, den Namen «Bimbo» verlieh und auf die Karte setzte. Besagtem Angebot gesellte der Mann eine Zeichnung hinzu: die Karikatur eines Dunkelhäutigen, ähnlich solcher klischeehafter Bilder, wie sie in Kinderbüchern vergangener Jahrzehnte noch zu sehen waren, wenn es «Schwarze» darzustellen galt. Der Wirt wählte als Illustration einen solchen, dickbäuchig mit dümmlich anmutendem Gesichtsausdruck, abstehenden Ohren und wulstigen Lippen.

Nun droht dem Betreiber der «Union Stuben» womöglich gleich dreifach juristisches Ungemach. Hannelore Beutel, Gründungsmitglied des Bündnisses «Bremerhaven bleibt bunt» und Mitglied der Linkspartei, hat gegen den Wirt Strafanzeige wegen Volksverhetzung erstattet. Immerhin gilt der Ausdruck «Bimbo», wie die Internetplattform «bedeutungsonline.de» ausführt, als «abwertende Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Wer jemanden als »Bimbo« bezeichnet, heißt es dort, »drückt damit seine Geringschätzung aus.« »Bimbo« als Bezeichnung für Dunkelhäutige »hat einen rassistischen Charakter und sollte heutzutage nicht mehr gesagt werden«, heißt es.

Nicht nur das Wort könnte dem Wirt Ärger bereiten, auch die Zeichnung. Sie scheint alten »Asterix«-Geschichten zu entstammen und den Piraten »Baba« darzustellen. Das missfällt den Asterix-Verlegern Egmont Publishing und Les Éditions Albert René, so die Marketing- und Medien-Fachzeitschrift »Horizont«. Ihr gegenüber hat eine Egmont-Sprecherin angekündigt, man werde »alle rechtlichen Schritte gegen diese fälschliche Nutzung prüfen, die gegen alle Asterix-Werte wie unter anderem Anti-Rassismus, Freundschaft und natürlich Weltoffenheit verstößt«.

Ärger Nummer drei muss der Wirt vom Likörproduzenten »Jägermeister« fürchten. Ihm passt es laut Medienberichten gar nicht, dass sich die »Union Stuben« mit dem Logo des Unternehmens, dem Haupt eines Hirsches, schmücken. Das geschehe ohne Einverständnis der Firma. Angesichts der Rassismusvorwürfe in puncto »Bimbo«, so »Horizont«, wolle Jägermeister juristisch gegen die Kneipe vorgehen. Dort hat man den Drink umbenannt in »Schwarzer Teufel«. Statt des dicken Dunkelhäutigen steht daneben die Zeichnung eines Höllenwesens mit Fledermausflügeln. Das Lokal kommentiert das Geschehen als »Sieg für den Tugendterror«.

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