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Dank des Kampfes gegen »rassistische Kackscheiße« wird die Mohrenstraße in Berlin endlich umbenannt. Ab jenem Tag wird Berlin, wird Deutschland ein Stück besser sein. Die Straße wird nach Anton Wilhelm Amo benannt, dem ersten deutschen Philosophen schwarzer Hautfarbe. Doch wie häufig in solch historischen Momenten verschwimmt in den Freudentränen ein wenig der Blick fürs Detail. Der Anfang des 18. Jahrhunderts nach Europa geratene - ob als Sklavenjunge oder von seiner Familie geschickt, wird gerade diskutiert - war »Kammermohr« und damit wohl eines jener Kinder, das sich Fürsten gern zur eigenen und ihrer Gäste Unterhaltung hielten. Weil Gönner ihre mächtige Hand über ihn hielten, wurde Amo Gelehrter, und seine erste Arbeit »Über die Rechtsstellung der Mohren in Europa« könnte womöglich Auskunft noch über das heutige Europa geben, wäre sie nicht so hoffnungslos veraltet. Amos Aufstieg endete in üblem Schmäh, als er eine weiße Frau heiraten wollte. Die Mohrenstraße bleibt also, was sie ist. Zeichen für Schimpf und Schande. Nur dass es bald niemand mehr bemerken wird. uka

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