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Todesurteil in den USA vollstreckt

Ureinwohner der Navajo starb im Bundesstaat Indiana

Washington. Im US-Bundesstaat Indiana ist ein umstrittenes Todesurteil gegen einen Ureinwohner vollstreckt worden. Lezmond Mitchell sei am Mittwoch (Ortszeit) in der Haftanstalt in Terre Haute hingerichtet worden, teilte das US-Justizministerium mit. Mitchell, der zu den Ureinwohnern der Navajo gehörte, war 2003 zum Tod durch die Giftspritze verurteilt worden. Er hatte eine Neunjährige und ihre Großmutter ermordet. Medienberichten zufolge hatten sich führende Navajo-Mitglieder bei Präsident Donald Trump gegen die Urteilsvollstreckung eingesetzt.

Den Behörden zufolge fuhren Mitchell und ein Komplize 2001 im Auto der Frau im Bundesstaat Arizona mit, anschließend entführten sie den Wagen und ermordeten die Insassinnen. Die Leichname zerstückelten und vergruben sie demnach anschließend. Später hatte sich Mitchell der Tat schuldig bekannt und Ermittler zu den Überresten geführt.

Gegen die Hinrichtung hatten führende Navajo-Mitglieder protestiert. »Dies ist ein tiefer Affront gegen ihre Souveränität«, so Carl Slater von einem Navajo-Rat in der »New York Times«. Nach dem entsprechenden Bundesgesetz hätten Ureinwohner bei Verbrechen, die unter ihren Mitgliedern und auf ihrem Gebiet verübt werden, ein Mitspracherecht dabei, ob die Todesstrafe verhängt werden kann, so Slater. Die Navajo seien gegen die Todesstrafe für all ihre Mitglieder.

Laut »Washington Post« fiel ein zentraler Anklagepunkt des Justizministeriums gegen Mitchell nicht unter diese gesetzliche Bestimmung. Dessen Anwälte vertraten die Ansicht, die Hinrichtung sei ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte der Ungerechtigkeiten gegen US-Ureinwohner. Laut Justizministerium waren Angehörige der Opfer bei der Hinrichtung anwesend. Sie seien ebenfalls Navajo und hätten sich angesichts Mitchells »entsetzlicher Verbrechen« für die Vollstreckung des Urteils ausgesprochen, hieß es.dpa/nd

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