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+++Zahlen & Fakten +++

Furcht vor »Generation Corona«

Der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, Bernd Fitzenberger, fürchtet eine »Generation Corona«, die ihr Leben lang Nachteile erleiden könnte. Die Zahl derer, die ohne abgeschlossene Berufsausbildung bleiben, könnte in diesen Jahrgängen größer ausfallen als in anderen, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

»Es gibt jedes Jahr junge Menschen, die unsicher sind, was sie machen sollen. Von denen haben sich jetzt viele entschieden, lieber noch ein Jahr an der Schule zu bleiben«, sagte der Arbeitsmarktforscher. Er sieht die Gefahr, dass es in den kommenden Jahren auf dem Ausbildungsmarkt eng wird, wenn jene, die ihre Ausbildungspläne zurückgestellt haben, zusätzlich zu anderen auf den Arbeitsmarkt drängen.

Rückgang bei der Ausbildungsförderung

Die Zahl der BAföG-Empfänger ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. 2019 bezogen 680 000 Personen Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das waren 47 000 Personen weniger als im Vorjahr (minus 6,4 Prozent). Dabei erhielten 388 000 Frauen (57 Prozent) und 292 000 Männer (43 Prozent) Leistungen. Von den Geförderten waren 2019 rund 191 000 Schülerinnen und Schüler - ein Rückgang von 8,7 Prozent - und 489 000 Studierende (minus 5,5 Prozent).

Der durchschnittliche Förderbetrag lag pro Person und Monat im Jahr 2019 bei 503 Euro. Das waren 21 Euro (plus 4,3 Prozent) mehr als im Vorjahr. Im Durchschnitt erhielten 2019 geförderte Studierende 514 Euro (plus 21 Euro), geförderte Schülerinnen und Schüler 473 Euro pro Person (plus 19 Euro).

2019 betrugen die Ausgaben für BAföG-Leistungen 2,6 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die gesamten Ausgaben um rund 84 Millionen Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 3,1 Prozent. Für die Förderung von Schülerinnen und Schülern wurden 668 Millionen Euro (minus 37 Millionen Euro) bereitgestellt, für Studierendenförderung 1,95 Milliarden Euro (minus 47 Millionen Euro).

Einwanderung von Fachkräften geht zurück

Das seit dem 1. März 2020 geltende Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist nach Einschätzung des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration bislang weitgehend wirkungslos geblieben. Das liege nicht am Gesetz, sondern an den Auswirkungen der weltweiten Corona-Krise, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Sachverständigenrats, Holger Kolb. Vor allem die Nachfrage deutscher Unternehmen nach Fachkräften hat deutlich nachgelassen.

Ein »strukturelles Grundbedürfnis« nach Fachkräften gebe es weiterhin im staatlich regulierten Gesundheitssektor und damit bei den Heil- und Pflegeberufen. Durch Corona habe sich hier sogar die Nachfrage nach Fachkräften verstärkt, so der Experte. epd/nd

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