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In Genossenschaft wohnen

Meine Sicht: Andreas Fritsche zieht Genossenschaft dem kommunalen Wohneigentum vor.

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.
Enteignungen: In Genossenschaft wohnen

Politischen Protest kreativ und mit Humor vorzutragen ist vielleicht nicht immer die wirksamste, aber auf jeden Fall die sympathischste Variante. Ich lache gern, und die Hedonistische Internationale bringt mich mit ihrer Enteignungsoper im Grunewald zum Lachen. Manchmal bleibt mir das Lachen aber auch im Halse stecken, wenn die berechtigte Forderung nach Vergesellschaftung von Wohnraum böswillig in eine Linie gestellt wird mit der Arisierung von jüdischem Besitz in der Nazizeit - so geschehen am Wochenende. Wer so etwas tut, hat offensichtlich kein Gespür dafür, welcher schiefe historische Vergleich sich verbietet und wo der Spaß aufhört. Als ob es heute darum gehen würde, Eigenheime zu enteignen. Die selbst bewohnte Villa im Grunewald ist doch nicht in Gefahr, sondern maximal der Maximalprofit mit Mietshäusern.

Im Ernst: Man muss differenzieren. Es gibt sie durchaus, die Alteigentümerin aus Süddeutschland, die einen Altbau in Ostberlin nach der Wende rückübertragen bekam, die keine Wuchermiete verlangt und einmal im Jahr anreist, an der Tür klingelt und sich erkundigt, wo den Bewohnern der Schuh drückt. Diese alte Dame ist nicht das Problem. Das Problem sind jene Konzerne, die nur auf die Rendite schauen und ihre Mieter wie Dreck behandeln. Es sind da nicht alle gleich schlimm.

Kommunale Wohnungsunternehmen sind nicht unbedingt besser und bieten auch langfristig keinen Schutz, wie wir leider erfahren mussten, als ausgerechnet eine rot-rote Koalition kommunale Wohnungsbestände in Berlin verscherbelte.

Wo geht es dem Mieter unter dem Strich am besten? Bei einer Genossenschaft. Zwar gibt es im Einzelfall auch Wohnungsgenossenschaften, die sich gemeinnützig nennen, aber gemein benehmen. Aber da haben die Mieter, die Genossenschaftsanteile halten, immerhin die Möglichkeit, sich mittels ihrer Mitspracherechte zu wehren. Darum sind mir die gute alte Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft und das Mietshäusersyndikat so sympathisch. Wenn große Wohnungsbestände enteignet werden, sollten sie in Genossenschaftseigentum überführt werden.

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