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Junge Habenichtse

Der Klassenkonflikt in den USA ist heute auch ein Generationenkonflikt

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 2 Min.

52 Prozent der Amerikaner unter 30 Jahren leben aktuell bei ihren Eltern. Das sind mehr als zu jedem Zeitpunkt seit dem Jahr 1900, mehr als zu Ende der Großen Depression 1940. Das zeigen neue Daten der Umfrageforscher von Pew Research. Es ist nur der neueste Hinweis auf Verarmung unter jungen Amerikanern.

Die Corona-Pandemie ist nur teilweise verantwortlich, beziehungsweise hat die Armut junger Amerikaner (nur) weiter verschärft. Schon im Februar 2020 lagen die Zahlen nur einen Prozentpunkt unter dem Wert von 48 Prozent, die der US-Zensus 1940 ermittelt hatte. Und die Unterschiede dabei gleichen sich über ethnische Grenzen hinweg an – ein Hinweis auf breite Prekarisierung.

Viele weitere Daten zeigen: Amerikas junge Erwachsene heiraten immer später, kriegen immer später Kinder und kaufen immer später Häuser. Gleichzeitig haben sie immer höhere Studiengebührenschulden oder arbeiten in immer prekäreren Jobs. Der Traum vom Mittelklasse-Leben bleibt für immer mehr junge Amerikaner genau das. Das radikalisiert! Nicht umsonst sind laut Umfragen besonders junge Amerikaner offen für »mehr Sozialismus«.

Der Klassenkonflikt in den USA ist ganz wesentlich auch ein Generationenkonflikt geworden. Denn: Viele Eltern von denen, die jetzt Zuhause wohnen müssen, haben vor Jahrzehnten ein Haus gekauft, sind Profiteure gestiegener Immobilienpreise, haben vielleicht in Unternehmen mit gewerkschaftlicher Organisierung und zu besseren Löhnen gearbeitet. Es sind Jobs, von denen es immer weniger gibt und und sie haben von deutlich niedrigeren oder nicht existenten Studiengebühren profitiert.

Kein Wunder, dass der Generationenkonflikt bei den Demokraten-Präsidentschaftsvorwahlen so scharf aufbrach: Die unter 45-Jährigen stimmten mehrheitlich für Bernie Sanders und sozialstaatliche Umverteilung, die Altersgruppen darüber für die Erhaltung des Status quo und Joe Biden.

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