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10.000 Corona-Verharmloser trafen sich in München

Kundgebungen wegen vieler Verstöße gegen Maskenpflicht zeitweise unterbrochen

  • Lesedauer: 3 Min.

München. Bei einer Demonstration gegen staatliche Corona-Maßnahmen in München sind nach Polizeiangaben am späten Samstagnachmittag etwa 10.000 Menschen zusammengekommen. Die Kundgebung auf der Theresienwiese sei bis zum frühen Abend »weitestgehend friedlich« verlaufen, sagte ein Polizeisprecher dem Evangelischen Pressedienst. Ihren Protestzug hatten die Veranstalter zuvor vorzeitig abgebrochen. In Hannover protestierten am Samstag nach Polizeiangaben rund 1.100 Menschen gegen die Corona-Beschränkungen. Gegen die Corona-Leugner formierten sich mehrere Demonstrationszüge mit insgesamt etwa 700 Teilnehmern.

Die Polizei hatte den Münchner Protestzug angehalten, weil in der Spitze geschätzt 3.000 statt der angemeldeten 500 Teilnehmer dabei waren und diese nach Polizeiangaben »nur vereinzelt« einen Mund-Nasen-Schutz trugen. Die Beamten waren mit 1.400 Kräften im Einsatz. Auch auf der Theresienwiese überwachte die Polizei die Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen, teilweise per Hubschrauber. Der Abstand werde »nicht durchgängig« gewahrt, teilte die Polizei auf Twitter mit.

Beim Protestzug vom Odeonsplatz zur Theresienwiese hatte die Polizei die Teilnehmer in Gesprächen und per Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, eine Maske zu tragen und den Abstand zu wahren. Nach Auflösung des Zugs auf Höhe der Alten Pinakothek forderten die Initiatoren von »Querdenken 089« die Teilnehmer auf, zur geplanten Versammlung auf der Theresienwiese um 16 Uhr zu kommen. Die Teilnehmerzahl dort war nicht begrenzt, es galten jedoch die Hygienevorgaben wie bei allen öffentlichen Veranstaltungen von mehr als 200 Personen.

Der Demo gegen die Coronapolitik vorausgegangen waren diverse Umplanungen aufgrund kontroverser Gerichtsurteile. Ursprünglich hatten die Veranstalter 5.000 Teilnehmer auf dem Odeonsplatz und einen Protestzug durch die Innenstadt angemeldet. Die Stadt hatte dies untersagt und war am Freitag vom Verwaltungsgericht bestätigt worden. Am frühen Samstagmorgen hatte der bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden, einen Protestzug mit 500 Teilnehmern zur Theresienwiese und dort eine Versammlung ohne Teilnehmerbegrenzung zuzulassen. Eine Gegendemonstration von einem Bündnis aus linken Organisationen fand am Nachmittag auf dem Goetheplatz statt. Das Motto: »Soldarität statt rechter Verschwörungswahn«.

In Hannover kam es zwischen den Demonstrantengruppen immer wieder zu gegenseitigen Provokationen. Die Polizei, die mit einem Großaufgebot vor Ort war, schirmte die beiden Lager rigoros voneinander ab. Die Polizei stoppte mehrfach den Protestzug der Corona-Leugner, weil sich viele Demonstranten weigerten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Einen Eilantrag gegen die Maskenpflicht hatte das Verwaltungsgericht zuvor abgewiesen.

Die Gegner der Corona-Auflagen führten Plakate mit sich, auf denen Slogans standen wie »Angst frisst Hirn« oder »Inzwischen sind mehr Menschen an Corona verblödet als gestorben«. Sie schwenkten unter anderem Regenbogen-Fahnen mit dem Peace-Zeichen und hielten pinkfarbene Herzen hoch. Dabei versuchten einige Demonstranten, sich von Rechtsextremen in ihren Reihen abzugrenzen. Sie skandierten bisweilen »Nazis raus«.

Die Gegendemonstranten schwenkten ebenfalls Regenbogen-Fahnen. Unter ihnen waren unter anderen die Jusos und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. In ihren Reden kritisierten Gewerkschafter des DGB und der IG Metall unter anderem die Verschwörungstheoretiker und forderten die Gesellschaft auf, die echten Probleme der Corona-Pandemie anzugehen. Die meisten Gegendemonstranten trugen eine Maske. epd/nd

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