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Schweinepest-Zone wird isoliert

Einschränkungen für Bauern im Gefährdungsgebiet in Kraft

Potsdam. Nach der Entdeckung des deutschlandweit ersten Falles von Afrikanischer Schweinepest in Schenkendöbern (Spree-Neiße) in der vergangenen Woche ist bislang kein weiterer positiver Fund aufgetaucht. Beim Landesamt habe die Untersuchung eingesandter Proben bislang nichts erbracht, sagte Gabriel Hesse, Sprecher von Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne), am Montag auf Anfrage. Nach Wildschweinkadavern werde weiter gesucht. Nach wie vor laufe auch die Anfrage zum Einsatz einer speziellen Hundestaffel aus den Land Schleswig-Holstein, die die Suche nach Schwarzwild unterstützen soll, hieß es.

Brandenburg hat mit einer Reihe von Gegenmaßnahmen den Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest im Land aufgenommen. Nach dem Fund des Schweinekadavers mit dem Virus am vergangenen Donnerstag nahe der deutsch-polnischen Grenze war um den Fundort eine Kernzone mit einem Drei-Kilometer-Radius eingerichtet und ein vorläufiges gefährdetes Gebiet mit einem Radius von 15 Kilometern festgelegt worden. Seit dem Wochenende sichert ein zwölf Kilometer langer mobiler Elektrozaun die im Gebiet der Landkreise Spree-Neiße und Oder-Spree gelegene Kernzone. Der Zaun soll verhindern, dass Wildschweine aus der Kernzone herauskommen und womöglich andere Tiere infizieren und die Tierseuche auf andere Regionen übertragen.

Verbraucherschutzministerin Nonnemacher hatte am Wochenende angekündigt, die Suche nach totem Wild auszuweiten, um möglichst viele Proben einsenden zu können. Innenminister Michael Stübgen (CDU) sagte zu, bei Bedarf für die Suche Polizeihubschrauber mit hochauflösender Wärmebildtechnik bereit zu stellen.

In der gefährdeten Zone gibt es rund 20 Schweinehalter, ein Halter mit 5000 Schweinen ist sieben Kilometer vom Fundort entfernt. Es geht um eine Fläche von 70 000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, die derzeit nicht bewirtschaft werden kann. Viele der betroffene Landwirte sind in Sorge. So dürfen Bauern, die dort Futtermittel anbauen, seit Montag nicht mehr ernten. Denn seitdem ist in den drei Landkreisen, die in dem Gefährdungsgebiet liegen, eine Allgemeinverfügung in Kraft, die Beschränkungen für den Tierverkehr festlegt und es untersagt, Felder und Wälder zu betreten.

Umweltminister Axel Vogel (Grüne) wies auf die Nöte der Schweinehalter in der Region hin. Es gebe mittlerweile im ganzen Land Probleme mit dem Schweineabsatz. Schlachthöfe seien nicht mehr bereit, Schweine aus Brandenburg anzunehmen.

Eine regelrechte »Stigmatisierung« der Brandenburger Landwirte machte die hiesige Interessengemeinschaft Schweinezucht aus. dpa/nd

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