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Weltrisikobericht: Flüchtlinge sind besonders verletzlich

Coronakrise verschärft die Anfälligkeit dieser Menschen zusätzlich

  • Lesedauer: 2 Min.
Seit das Lager Moria abgebrannt ist, müssen tausende Geflüchtete unter freiem Himmel campieren.
Seit das Lager Moria abgebrannt ist, müssen tausende Geflüchtete unter freiem Himmel campieren.

Berlin. Die Corona-Pandemie hat laut dem neuen Weltrisikobericht die besondere Gefährdung von Flüchtlingen und Migranten weiter verstärkt. Im Falle eines extremen Naturereignisses seien die meist unter prekären Bedingungen lebenden Menschen besonders verwundbar und das Risiko für eine humanitäre Katastrophe steige, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht von »Bündnis Entwicklung Hilft« und dem Friedensinstitut der Uni Bochum. Corona verschärfe die Anfälligkeit der Menschen umso mehr.

Der Bericht verweist etwa auf mangelhafte Hygienebedingungen und Infektionsschutzmaßnahmen in überfüllten Flüchtlingscamps, auf Grenzschließungen und Beeinträchtigungen in der Versorgung, unter denen Geflüchtete und Vertriebene oder auch Wanderarbeiter besonders litten. »Im Fall eines extremen Naturereignisses sind sie daher besonders verwundbar«, betonen die Autoren. Für Dürren oder Stürme gelte ebenso wie für neu auftretende Viruserkrankungen: »Naturgefahren lösen dann eine Katastrophe aus, wenn Gesellschaften unzureichend darauf vorbereitet sind«, erklärte die Wissenschaftliche Leiterin Katrin Radtke.

Der Bericht enthält als zentrales Element den Weltrisikoindex 2020, der für 181 Länder das Risiko angibt, dass dort ein extremes Naturereignis zu einer Katastrophe führt. Die drei Länder mit dem höchsten Katastrophenrisiko sind demnach die tropischen Inselstaaten Vanuatu, Tonga und Dominica. Insgesamt sind die Risiko-Regionen am ehesten in Ozeanien, Südostasien, Mittelamerika sowie in West- und Zentralafrika zu finden. Deutschland liegt mit einem sehr geringen Katastrophenrisiko auf Rang 162.

Der Weltrisikobericht wird seit 2011 jährlich von »Bündnis Entwicklung Hilft« herausgegeben, einem Zusammenschluss der Hilfsorganisationen »Brot für die Welt«, Christoffel-Blindenmission, Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Plan International und Welthungerhilfe. Assoziiert sind außerdem »German Doctors« und Oxfam. Seit 2018 wird der Bericht vom Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum mit veröffentlicht. Dort wird auch der Index berechnet. In diesem Jahr hat der Weltrisikobericht den Schwerpunkt »Flucht und Migration«. epd/nd

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