Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

UNHCR drängt Europa zu umgehender Hilfe für Flüchtlinge aus Moria

SOS-Kinderdörfer warnen vor einer Eskalation der Situation auf Lesbos

  • Lesedauer: 3 Min.
Am Montag protestierten Geflüchtete auf Lesbos dafür, die Insel endlich Richtung EU-Festland verlassen zu dürfen.
Am Montag protestierten Geflüchtete auf Lesbos dafür, die Insel endlich Richtung EU-Festland verlassen zu dürfen.

Frankfurt am Main. Angesichts der Lage auf der griechischen Insel Lesbos fordert das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) die europäischen Länder zu umgehender Hilfe für die Migranten auf. Die gegenwärtige Situation sei eine humanitäre Notlage, die ein »schnelles und unverzügliches Handeln« der europäischen Staaten gemeinsam mit Griechenland erfordere, sagte der Vertreter der UN-Organisation in Deutschland, Frank Remus, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die SOS-Kinderdörfer warnten vor einer Eskalation auf Lesbos.

UNHCR-Repräsentant Remus sagte: »Die Verhältnisse in Moria waren skandalös und das Camp selbst eine Schande für Europa, unvereinbar mit den europäischen Werten.« Es gebe aber engagierte Länder, allen voran Deutschland, die das Problem sähen und an Lösungen mitwirken wollten. Die Aufnahme von etwa 150 minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen sei »ein Zeichen, dass Deutschland Verantwortung in dieser wichtigen Frage übernimmt«.

Die SOS-Kinderdörfer warnten, die Stimmung zwischen Bewohnern und Geflüchteten auf Lesbos spitze sich weiter zu. Die Wut der Anwohner richte sich jetzt zunehmend gegen Migranten und mache auch vor Helfern und Kindern nicht Halt. Flüchtlingskinder seien völlig verstört, aber auch einheimische Kinder seien verschreckt, sagte Popi Gkliva, Nothilfekoordinatorin der SOS-Kinderdörfer in Griechenland, am Dienstag. Die Situation sei für beide Seiten unerträglich. »Die Geflüchteten sind am Ende ihrer Kräfte, und oberstes Gebot ist es, die Grundbedürfnisse nach Sicherheit, Hygiene und Versorgung zu erfüllen«, betonte Gkliva.

Nach den Flammen
Tausende Flüchtlinge leben seit dem Brand in Moria auf der Straße. Wir haben mit einigen von ihnen und ihren Helfern gesprochen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sagte der Düsseldorfer »Rheinischen Post«: »Griechenland darf nicht alleingelassen werden. Alle müssen jetzt zusammen helfen, dass Europa wieder ein Signalwort für Humanität werden kann.«

Sicherer Hafen blockiert
Während Berlin Möglichkeiten der Flüchtlingsaufnahme auslotet, fliegt Innensenator Geisel nach Griechenland

Am Freitag hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) mitgeteilt, dass insgesamt zehn europäische Staaten 400 unbegleitete Minderjährige aus Moria aufnehmen wollen, die nach dem Brand des Flüchtlingscamps Moria in der vergangenen Woche kein Obdach mehr haben. 100 bis 150 davon will Deutschland aufnehmen. Angesichts von rund 13.000 vom Brand in Moria betroffenen Menschen rief die im Verhältnis niedrige Zahl Kritik hervor. Am Montag signalisierte die Bundesregierung die Bereitschaft zur Aufnahme weiterer Menschen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, Deutschland könne sicherlich »einen substanziellen Beitrag« leisten. epd/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln