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Kein Grund für Hysterie

Meine Sicht

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

Die Zahlen geben keinen Anlass zur Panik. Sechs neue Coronafälle in Brandenburg meldete das Gesundheitsministerium am Sonntag. 189 Einwohner sind derzeit erkrankt. Zum Vergleich: Am 3. April, auf dem Höhepunkt der Coronakrise, wurden 187 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. Damals mussten 179 Corona-Patienten im Krankenhaus behandelt und 23 von ihnen beatmet werden. Im Moment befinden sich glücklicherweise nur drei Corona-Patienten im Krankenhaus. Einer wird beatmet.

Im Frühjahr waren die strengen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie berechtigt, weil niemand genau sagen konnte, wie sich die Infektionszahlen ansonsten entwickeln. Es war das Schlimmste zu befürchten. Inzwischen ist es berechtigt, danach zu fragen, wann welche Maßnahmen aufgehoben werden können und müssen - und was sich aus dem Umgang mit der Epidemie für künftige Ereignisse dieser Art lernen lässt.

Die 82 Fragen, die Brandenburgs AfD-Fraktion für einen Corona-Untersuchungsausschuss des Landtags formulierte, sind nicht alle verkehrt. Nicht nur Rechte stellen solche Fragen. Es fragt sich aber, ob die Antworten nicht genauso gut und viel billiger durch parlamentarische Anfragen erlangt werden können. Was Wissenschaftler untereinander durchaus kontrovers diskutieren und was Scharlatane behaupten, wissen wir bereits, ohne diese Leute extra anzuhören oder Gutachten bei ihnen in Auftrag zu geben.

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) ist Ärztin und vertrauenswürdig. Sie macht einen guten Job. So scharfe Maßnahmen wie in Italien hat Brandenburg nie verhängt, weil sie hier nicht notwendig waren. Die Beschränkungen wurden schrittweise gelockert. Wenn die Fallzahlen nicht explodieren, wird es weitere Lockerungen geben. Das ist der richtige Weg. Wir müssen nur darauf achten, dass nicht davon abgewichen wird. Sollte die Politik Einschränkungen ohne jede logische Beziehung zum Infektionsgeschehen verfügen und sich ein Verdacht bestätigen, dass andere Absichten dahinter stecken, dann müssten wir uns wehren.

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