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Es braucht ein sattes Plus

Kurt Stenger über gesunkene Reallöhne im Corona-Lockdown

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 1 Min.
Reallöhne: Es braucht ein sattes Plus

Dass Statistiken gefälscht werden, wie es der Volksmund annimmt, dürfte die Ausnahme sein. In der Regel ist es schwierig genug, den Zahlenwust richtig einzuordnen, und die abgeleiteten Folgerungen sind ohnehin umstritten. Das gilt auch für die Mitteilung des Statistischen Bundesamtes, das einen beispiellosen Einbruch der Reallöhne im zweiten Quartal 2020 konstatiert; er war heftiger als einst in der Finanzkrise. Was nach einem Skandal riecht, ist letztlich Beleg des Erfolgs der Arbeitsmarktpolitik in der Coronakrise: Die stark ausgeweitete Kurzarbeit, die für den Lohnrückgang verantwortlich ist, hat Massenentlassungen und eine Pleitewelle wie etwa in den USA verhindert; dort sieht die Lohnstatistik besser aus. Was im deutschen Minus aber auch drinsteckt: Einige Unternehmen hätten das Gehaltsminus ihrer Kurzarbeiter mehr abfedern können, als sie es getan haben.

Die Botschaft aus Wiesbaden, die viele natürlich nicht hören wollen, richtet sich aber mehr in die Zukunft: Die Beschäftigten haben geholfen, ihre Unternehmen durch die Krise zu führen, und dafür den Gürtel enger geschnallt. Jetzt aber muss dies in den anstehenden Tarifverhandlungen belohnt werden, zumal nur spürbar steigende Einkommen die Basis der allseits herbeigesehnten Konjunkturerholung sein können.

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