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Unterforderte Fußballerinnen

Die mühelose Qualifikation zur EM bringt das DFB-Team in der eigenen Entwicklung nicht weiter

  • Von Jana Lange, Podgorica
  • Lesedauer: 3 Min.

Ihr recht trostloses Jubiläum hakte Dzsenifer Marozsan schnell ab. »Man hat nicht immer nur gute Spiele, es gibt auch schlechte Spiele«, sagte Deutschlands beste Fußballerin nach ihrem 100. Länderspiel in der ARD: »Beim nächsten Mal müssen wir es wieder besser machen.« Das 3:0 (2:0) einer stark verjüngten Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Montenegro bot abseits von Marozsans Meilenstein nur zwei erfreuliche Erkenntnisse. »Für uns ist wichtig: Drei Punkte und keine weiteren verletzten Spielerinnen mehr«, lautete das Fazit von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg vor der Heimreise per Charterflug am Mittwochvormittag.

Mit sechs Siegen aus sechs Spielen herrscht beim Rekordeuropameister auf dem Weg zur Europameisterschaft 2022 in England kein ernsthafter Zweifel mehr an der direkten Qualifikation als Spitzenreiter der Vierergruppe I. Die montenegrinischen Gegnerinnen vom Mittwochabend stehen punktlos am Tabellenende.

Auch die Fußballerinnen aus der Ukraine und Griechenland haben mit sechs beziehungsweise vier Punkten keine Chance mehr. Nur eine theoretische bleibt den Irinnen, die bei noch zwei ausstehenden Spielen mit 13 Zählern und damit fünf Punkten Rückstand zu den DFB-Frauen auf Platz zwei liegen.

Unter dem Strich der höchstwahrscheinlich sportlich souveränen Qualifikation steht aber auch der lange Ausfall von Giulia Gwinn, die beim 3:0 gegen die Verfolgerinnen aus Irland am vergangenen Sonnabend einen Kreuzbandriss im rechten Knie erlitten hatte. Und wie weit das Team in seinem Entwicklungsprozess wirklich ist, darüber geben Pflichtspiele gegen arg limitierte Gegnerinnen wie Montenegro keinen Aufschluss. Außerdem raubt eine solche Reise, noch dazu in ein Corona-Risikogebiet, viel Energie und Ressourcen.

Erfreut nimmt man daher beim DFB zur Kenntnis, dass Europas Dachverband Uefa den bisherigen Modus überdenkt und um die Einschätzung der Mitglieder gebeten hat. Eines der Ziele: Mehr attraktive Pflichtspiele zwischen Topnationen, womöglich ähnlich der Nations League bei den Männern. Bevor mögliche Reformen Realität werden, müssen weiter Testspiele gegen die Weltspitze zur eigenen Standortbestimmung her.

Der nächste Härtetest steht schon am 27. Oktober an, wenn die Engländerinnen in Wiesbaden zu Gast sind. Die Begegnung wird als »Rückspiel« des Prestigeerfolgs im vergangenen November betrachtet, als das DFB-Team in Wembley mit 2:1 einen Last-Minute-Sieg feierte. Fast 78 000 Zuschauer sorgten im Fußballtempel des kommenden EM-Gastgebers für eine fantastische Atmosphäre. Ob beim Wiedersehen in Wiesbaden in Zeiten der Corona-Pandemie überhaupt Fans ins Stadion kommen dürfen, ist noch offen.

Rund einen Monat vor diesem Höhepunkt gab es in Podgorica durchaus auch glückliche Gesichter zu sehen. Die beiden Hoffenheimer Debütantinnen Paulina Krumbiegel und Tabea Waßmuth freuten sich über ihre ersten Länderspieleinsätze. Auch Laura Freigang von Eintracht Frankfurt konnte im zweiten DFB-Einsatz Akzente setzen, nicht nur mit ihrem Premierentor zur Führung. Die beiden weiteren Treffer erzielten Melanie Leupolz und Sydney Lohmann. SID/nd

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