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«20 Prozent reichen nicht»

Die Hallensportarten reagieren unterschiedlich auf die Erlaubnis, wieder ein paar Fans zuzulassen

  • Von Nils Bastek, Carsten Lappe und Florian Lütticke
  • Lesedauer: 3 Min.

Die Basketball-Bundesliga (BBL) ist bereit. Die Handball-Bundesliga (HBL) steht sogar schon unmittelbar vor dem Neustart und kann es kaum erwarten. Doch in der Deutsche Eishockey-Liga hält sich die Vorfreude in Grenzen. Zwar hält die DEL derzeit noch an ihrem für den 13. November geplanten Saisonstart fest. Ob das tatsächlich gelingt, ist jedoch völlig unklar. «Wir kämpfen für den Saisonstart am 13. November. Aber wir werden keinen wirtschaftlichen Selbstmord begehen», sagte DEL-Chef Gernot Tripcke zuletzt beim Online-Sender Magentasport. Bis Ende nächster Woche will die DEL entscheiden, ob es mit dem geplanten Termin klappt.

Ein Schritt zurück ins Leben

Die Position des Eishockeys unterscheidet sich teils fundamental von der öffentlichen Euphorie der zwei anderen großen Hallensportarten. Die Handballer nehmen bereits am 1. Oktober den Ligabetrieb wieder auf, und HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann sprach in diesem Zusammenhang von «einem kleinen Schritt zurück in die Lebenswirklichkeit». Auch für seinen BBL-Kollegen Stefan Holz ist ein Abrücken vom geplanten Saisonstart am 6. November «keine Option. »Wir sind zuversichtlich und gelassen«, sagte er. Ein Gemütszustand, von dem die DEL-Verantwortlichen weit entfernt sind.

Die größte Sorge bereitet der Liga eine politische Entscheidung, die Basketball und Eishockey wiederum als grundsätzlich positives Signal werten. Die Bundesländer hatten sich zuletzt auf eine flächendeckende Fanrückkehr in die Arenen geeinigt, ein Beschluss, mit dem gerade den Sportarten abseits des Fußballs entgegengekommen werden sollte. Lebt der Profifußball zu großen Teilen von lukrativen TV-Einnahmen, machen im Handball, Basketball oder auch im Eishockey die Zuschauereinnahmen einen wesentlichen Teil der Budgets aus.

Dass in einer Testphase bis Ende Oktober nun eine Auslastung von bis zu 20 Prozent der jeweiligen Hallenkapazität erlaubt ist, sollten die drei Sportarten also alle toll finden, könnte man meinen. Das ist aber nicht so. »20 Prozent ist nicht das, was dem Eishockey hilft«, meinte DEL-Chef Tripcke. Die Liga hatte am Montag nach einer Sitzung der Klubvertreter Forderungen an die Politik gestellt, weitere finanzielle Hilfen zur Verfügung zu stellen oder deutlich mehr Zuschauer zuzulassen. Angesichts der Aufwendungen etwa für die Hallenmiete oder das Sicherheitspersonal würden viele Vereine sonst ein Minus machen.

Im Eishockey sind volle Hallen Pflicht

Bizarrerweise gilt das in ähnlicher Weise auch für Klubs in HBL und BBL, trotzdem überwiegt dort die Freude. BBL-Chef Holz gibt zu, dass man sich die Kostenstruktur genau anschauen müsse und ein Verein bei einer Auslastung von 20 Prozent tendenziell Geld bei Heimspielen verliere. Auch HBL-Geschäftsführer Bohmann betonte, dass »die 20 Prozent auf Dauer nicht ausreichen«. Trotzdem wollen beide Sportarten unbedingt loslegen und hoffen auf eine schrittweise Erhöhung der Zuschauerzahlen, während die DEL ein riskantes Spiel auf Zeit betreibt.

Das hat auch damit zu tun, dass die DEL nach dem Fußball normalerweise im Schnitt die höchsten Zuschauerzahlen in Deutschland hat. Dadurch wären die wirtschaftlichen Verluste bei der aktuellen 20-Prozent-Regelung höher als im Handball oder Basketball. Hinzu kommt, dass die Lizenzierung in der DEL trotz der Corona-Krise auf Basis voller Hallenkapazitäten erstellt wurde. Laut DEL fehlen der Liga dadurch insgesamt rund 60 Millionen Euro. dpa/nd

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