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Bewusstsein für Corona schaffen

Meine Sicht über die neuen Corona-Verordnungen des Senats

  • Von Jordi Ziour
  • Lesedauer: 2 Min.
Nicht nur wegen des Regens leer: eine Berliner Kneipe.
Nicht nur wegen des Regens leer: eine Berliner Kneipe.

Dieser Winter wird scheiße. Die Infektionszahlen steigen wieder, weshalb der Senat am Dienstagabend neue Corona-Verordnungen beschlossen hat. Ab Samstag heißt es im Büro: Maske auf oder wieder ins Homeoffice. Und bei privaten Partys im Freien dürfen nur noch maximal 50 Menschen zusammenkommen, drinnen sogar nur halb so viele. Und sobald es zehn Personen sind, müssen die Kontakte dokumentiert werden. Doch wie sieht es eigentlich mit der Gastronomie aus? Dort wird feuchtfröhlich weitergefeiert. Die neuen Regeln treffen vor allem diejenigen, die kein Geld haben, in Bars oder schicke Restaurants zu gehen. Die Schuld wird allein den Armen und jungen Leuten zugeschoben, weil diese draußen »illegale« Partys feiern, statt in die teure Cocktailbar zu gehen. Corona wird damit zur Klassenfrage.

Jordi Ziour über die neuen Corona-Verordnungen des Senats
Jordi Ziour über die neuen Corona-Verordnungen des Senats

Zugegeben: Der Senat hat es auch nicht ganz einfach mit uns jungen Leuten. Denn die Statistiken sprechen eine klare Sprache: Wir gehen trotz Corona feiern, achten zu wenig auf die Regeln und können so das Virus schnell weitertragen. Die Folge: steigende Infektionszahlen. In der Leichtigkeit des Sommers waren Umarmungen nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel, beim Chillen im Park wurden die Abstände kleiner, zu Hause hat man auch wieder beisammengesessen.

Da ist es wenig überraschend, dass die Politik neue Einschränkungen einführt. Nicht, weil sie sicherstellen, dass bei privaten Partys Abstände und Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Das prüft sowieso keiner. Sondern weil sie die Pandemie wieder stärker ins Bewusstsein rücken. Und das ist gut so, denn junge Menschen tragen nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern auch für ihre Mitmenschen: in der Universität, im Betrieb, in der Redaktion oder bei Verwandten. Hier ist Solidarität gefragt.

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