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Erneut Treck von Migranten in Honduras Richtung Norden gestartet

Über 3000 Menschen wollen in die USA / Guatemalas Präsident ordnet Festnahmen nach Grenzdurchbruch an

  • Lesedauer: 2 Min.
Migranten aus Honduras warten in Guatemala auf Hilfe auf ihrem Weg in Richtung USA. Mehrere Tausend Menschen sind von Honduras zu Fuß in Richtung USA aufgebrochen.
Migranten aus Honduras warten in Guatemala auf Hilfe auf ihrem Weg in Richtung USA. Mehrere Tausend Menschen sind von Honduras zu Fuß in Richtung USA aufgebrochen.

Entre Rios. Ein Treck aus rund 3000 zentralamerikanischen Migranten, die in die USA gelangen wollen, hat die Grenze zwischen Honduras und Guatemala überquert. Sie durchbrachen dabei am Donnerstag Reihen guatemaltekischer Soldaten am Grenzübergang Entre Ríos, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Dabei setzten sich die mehrheitlich aus Honduras stammenden Menschen auch über die wegen der Corona-Pandemie geltenden Einreiserestriktionen hinweg.

Nach Angaben von guatemaltekischen Einwanderungsbeamten gelangen die Menschen ins Land, ohne den für Ausländer bei der Einreise erforderlichen Coronavirus-Test zu machen. Auch trugen viele der mehrheitlich aus Honduras stammenden Menschen keine Atemschutzmasken.

Guatemalas Präsident Alejandro Giammattei ordnete die Festnahme und Abschiebung der illegal über die Grenze gelangten Migranten an. Zugleich appellierte er an sie, freiwillig in ihre Heimatländer zurückzukehren.

Der Treck war am Mittwochabend von der zweitgrößten honduranischen Stadt San Pedro Sula aufgebrochen. Die Menschen waren Aufrufen in den Onlinenetzwerken gefolgt.

»Wir denken nicht an die Pandemie, das ist das Letzte, woran wir denken. Wir möchten, dass unsere Familie hier rauskommt«, sagte der 20-jährige Jefrey Amaya, der mit sieben weiteren Jugendlichen unterwegs war. Die Mehrheit der Migranten sind junge Männer. Frauen mit Kindern waren in dem Treck kaum zu sehen. Nach Angaben des honduranischen Roten Kreuzes besteht der Konvoi aus insgesamt 3200 Menschen in zwei großen Gruppen.

Ein weiterer Migrant, der 27-jährige Miguel Artiga, sagte: »Wir machen uns auf die Suche nach dem amerikanischen Traum, niemand wird uns aufhalten. Hier sterben wir entweder an Covid-19 oder an Hunger. Die Regierungen tun nichts, um Arbeitsplätze zu schaffen.«

In den vergangenen Jahren waren tausende Menschen aus zentralamerikanischen Ländern auf der Flucht vor Armut und Gewalt in großen Konvois nach Mexiko gezogen, um von dort aus weiter in die USA zu gelangen. Weil US-Präsident Donald Trump mit Vergeltungsmaßnahmen drohte, hat Mexiko mittlerweile rund 26.000 Soldaten an seine Grenzen entsandt.

Vor dem jetzigen Treck war der bis dahin letzte Aufruf zu Flüchtlingskarawanen in Richtung USA im Januar in den Onlinenetzwerken veröffentlicht worden. Damals folgten etwa 2000 Menschen dem Aufruf. Angesichts der Corona-Pandemie und den daraus resultierenden Einschränkungen hatte es seitdem monatelang keinen neuen derartigen Aufruf mehr gegeben. AFP/nd

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