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Besetzt, belagert, ausgeplündert

Der syrische Staat liegt am Boden

  • Von Karin Leukefeld
  • Lesedauer: 2 Min.

Viele völkerrechtswidrige Absurditäten umgeben die Syrer: US-Soldaten und ausländische Söldner haben die syrischen Ölquellen im Nordosten des Landes besetzt, ohne dass die internationale Gemeinschaft das verurteilt. Kürzlich wurde - unter scharfem Protest Syriens - ein Vertrag zwischen den Syrischen Demokratischen Streitkräften (SDF) und der US-amerikanischen Ölfirma Delta Crescent Energy LLC abgeschlossen.

Im Dreiländereck zwischen Jordanien, Irak und Syrien haben die US-Amerikaner bei Al Tanf eine Militärbasis aufgebaut und verhindern damit, dass Syrien den Grenzübergang in den Irak wieder öffnen kann. Auf der Basis Al Tanf werden Dschihadisten und andere Regierungsgegner für eine »Revolutionäre Kommandoarmee« (Jeisch Maghawir al-Thawra) ausgebildet, um mit US-Waffen und im Auftrag der US-Armee gegen die syrische Armee und deren iranische Verbündete zu kämpfen.

In Idlib sind Tausende türkische Soldaten stationiert und beschützen de facto dschihadistische Gruppen verschiedener Couleur, anstatt diese festzunehmen. Dutzende Militärbasen hat die Armee des Nato-Staates Türkei ungefragt auf syrischem Territorium errichtet. Inzwischen liegen diese Posten, weit von ihren Truppen entfernt, entlang der Autobahn M5, die Damaskus, Homs, Hama und Aleppo verbindet und von dort nach Osten bis an die syrisch-irakische Grenze führt.

Der südlichste türkische Posten bei Morek, nördlich von Hama, liegt inmitten der wichtigen Pistazienanbaugebiete von Syrien, wo gerade geerntet wird. Richtung Norden fährt man an etlichen weiteren türkischen Posten vorbei, wo sich Soldaten hinter hohen Sandwällen und Mauern verschanzt haben. Umgeben von syrischem Militär öffnen sich die Tore dieser Beobachtungsposten nur, um Nahrungsmittellieferungen hereinzulassen, die sie von russischen Soldaten erhalten. »Was denkt Erdoğan sich, diese Basen nicht abzuziehen. Ist er nicht für die Soldaten verantwortlich«, fragt der Pistazienbauer Ghazi Nassan al-Mohamed aus Morek. »Sie haben hier nichts zu suchen. Ohne Russland hätten diese türkischen Soldaten nicht einmal Brot.«

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