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Berliner dürfen nach Brandenburg reisen

Beherbergungsverbot erst ab dem Wert 50 in der gesamten Stadt

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.
Dürfen weiter nach Brandenburg: Berliner aus Kreuzberg und Mitte.
Dürfen weiter nach Brandenburg: Berliner aus Kreuzberg und Mitte.

Brandenburg wird kein Beherbergungsverbot für Berliner aus bestimmten Stadtbezirken erlassen, sondern bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie die Hauptstadt als Ganzes betrachten. Das erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung. Ein generelles Beherbergungsverbot für Berliner werde es aber geben, wenn die Stadt den Grenzwert von 50 Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschreitet. Leider sei Berlin davon nicht mehr weit entfernt, bedauerte Woidke.

Der aktuelle Wert der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz für ganz Berlin beträgt 41,5. Vier Stadtbezirke liegen bereits oberhalb von 50. Es sind Neukölln (87,6), Friedrichshain-Kreuzberg (58,9), Mitte (57) und Tempelhof-Schöneberg (53,6). Die Herbstferien stehen vor der Tür. Ab kommenden Montag sind in Berlin und Brandenburg zwei Wochen schulfrei. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) glaubt nicht, dass die Gesamtberliner Zahl so schnell auf 50 steigt und Berliner dann schon nicht mehr in Hotels und Pensionen in Brandenburg übernachten dürfen. Sie stellte auch klar, dass Tagesausflüge ohne Übernachtung nicht von der Regelung betroffen sind.

Einzelne Hotels in Brandenburg verweigern aber bereits jetzt schon von sich aus Reservierungen von Gästen, die ihre Heimatadresse in einem der vier Berliner Risikobezirke haben.

In Brandenburg liegt die Sieben-Tage-Inzidenz mit 9,7 noch vergleichsweise niedrig. Steigt dieser Wert auf über 35, will auch Brandenburg eine Maskenpflicht in Büros verhängen, wie es Berlin bereits getan hat. Dann soll außerdem die Zahl der Gäste bei privaten Feiern auf 25 in geschlossenen Räumen beziehungsweise auf 50 Gäste im Freien begrenzt werden. Steigt die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen später noch auf über 50, so gilt eine Obergrenze von zehn beziehungsweise 25 Gästen.

Am Dienstag wurden für Brandenburg 49 Neuinfektionen gemeldet. 382 Einwohner sind demnach derzeit an Covid-19 erkrankt, 36 von ihnen werden im Krankenhaus behandelt, einer wird beatmet. »Ich fürchte, wir werden in Kürze wieder Covid-19-assoziierte Todesfälle haben«, sagte Ministerin Nonnemacher. 173 Todesfälle sind bislang gezählt worden. Seit dem 9. Juli gab es aber keinen mehr.

Im Helios-Klinikum in Bad Saarow, für das wegen eines Corona-Ausbruchs am Wochenende ein Aufnahmestopp verhängt wurde, ist eine Infektion mittlerweile bei 21 Patienten und 17 Mitarbeitern nachgewiesen, wie Nonnemacher berichtete. An der Pflegeschule des Carl-Thiem-Klinikums in Cottbus habe es sieben Schülerinnen und eine Lehrerin erwischt, zudem fünf Mitarbeiter, Patienten dagegen bislang nicht. Auch am Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum gibt es nun wieder Infektionen.

Ministerpräsident Woidke appellierte an die Brandenburger, in den Herbstferien nicht in Risikogebiete zu reisen.

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