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Verdi ruft Amazon-Mitarbeiter zu zweitägigem Streik auf

Gewerkschaft fordert, dass eine zeitweise gezahlte Corona-Zulage in eine dauerhafte Gehaltserhöhung umgewandelt wird

  • Lesedauer: 3 Min.
Schon 2014 wurde bei Amazon in Bad Hersfeld gestreikt
Schon 2014 wurde bei Amazon in Bad Hersfeld gestreikt

Berlin. Beim boomenden Versandhändler Amazon setzt die Gewerkschaft Verdi erneut auf Warnstreiks. Die Arbeitsniederlegungen in Leipzig, Bad Hersfeld, Rheinberg, Werne, Graben bei Augsburg und Koblenz sollen an diesem Dienstag beginnen und zwei Tage dauern, wie die Gewerkschaft mitteilte. Mit dem Streik am Prime Day, an dem der Online-Händler mit Sonderangeboten lockt, wollten die Beschäftigten deutlich machen, dass es sie nicht zum Schnäppchenpreis gebe, hieß es.

In Rheinberg rechnet die Gewerkschaft damit, dass sich bis zu 500 Mitarbeiter an dem Ausstand beteiligen und damit etwa ein Viertel der dortigen Belegschaft. In Werne waren es nach Schätzung von Verdi 250 Mitarbeiter, die in den Warnstreik traten. Auch in Leipzig legten mit Beginn der Frühschicht am Dienstag Mitarbeiter ihre Arbeit nieder. »Die Beschäftigten legen seit Beginn der Corona-Pandemie Höchstleistungen an den Tag, oft ohne hinreichenden Schutz«, sagte Verdi-Streikleiter Thomas Schneider laut einer Mitteilung. Die Arbeitsniederlegung soll bis zur Nachtschicht am Mittwoch dauern.

Verdi fordert, die zwischenzeitlich gezahlte Corona-Zulage für die Beschäftigten in eine dauerhafte tariflich abgesicherte Gehaltserhöhung umzuwandeln. Amazon könne sich höhere Gehaltssteigerungen durchaus leisten, erklärte der Verdi-Bundesfachgruppenleiter für den Einzel- und Versandhandel, Orhan Akman. »Von den wirtschaftlichen Problemen, mit denen sich Ketten des stationären Einzelhandels durch Lockdown und andere Corona-Beschränkungen konfrontiert sehen, ist Amazon weit entfernt«, betonte er.

Der Konzern habe den Beschäftigten im September zwar eine Gehaltserhöhung von 1,8 Prozent gewährt und sich damit an den tarifvertraglich im Einzelhandel vereinbarten Einkommenssteigerungen orientiert. »Allerdings klafft nach wie vor eine Lücke bei Sonderzahlungen wie dem Weihnachts- und Urlaubsgeld«, kritisierte Akman. Deshalb gebe es keine Alternative zum Abschluss eines Tarifvertrags.

Verdi kämpft seit Jahren dafür, dass die Amazon-Beschäftigten einen Tarifvertrag bekommen und nach dem Tarif für den Einzel- und Versandhandel bezahlt werden.

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Amazon erklärte, das Unternehmen biete bereits »exzellente Löhne, exzellente Zusatzleistungen und exzellente Karrierechancen« in einer »sicheren, modernen Arbeitsumgebung«. Diese Vorteile und Chancen habe »jede und jeder bei Amazon, genauso wie die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Führungskräften«. Nach Unternehmensangaben sind in der Logistik von Amazon in Deutschland rund 16.000 Menschen fest angestellt.

Amazon verwies darauf, dass der große Teil der Mitarbeiter »wie an jedem anderen Tag« arbeite und die Pakete pünktlich zu den Kunden kämen. Agenturen/nd

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