Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung
  • Sport
  • Coronamaßnahmen im Sport

Corona ist der größte Gegner

Die politische Krisenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel berät auch über neue Einschränkungen im Sport

  • Von Christoph Stukenbrock und Tobias Schwyter, Frankfurt am Main
  • Lesedauer: 3 Min.
Coronamaßnahmen im Sport: Corona ist der größte Gegner

Das skurrile Wirrwarr auf den Tribünen der deutschen Sportarenen erreichte am Dienstag in Köln einen absurden Höhepunkt: Während am Mittag 999 Menschen zum Tennisturnier in die Kölner Lanxess-Arena pilgern durften, blieben Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für das Länderspiel am Abend auf der anderen Rheinseite - keine acht Kilometer entfernt - ausgesperrt. Offizielle Begründung: die hohen Infektionszahlen in der Domstadt.

Wachsende Verwirrung

Die Verwirrung aufgrund solcher Entscheidungen wächst von Tag zu Tag, Forderungen nach mehr Nachvollziehbarkeit werden lauter. »Was wir brauchen, ist eine bundesweit einheitliche Lösung nach gewissen Parametern, die für alle gelten«, forderte Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge jüngst. In München dürfen beispielsweise bis zum 25. Oktober keine Fußballspiele vor Zuschauern ausgetragen werden. Während etwa Schalke 04 oder der 1. FC Köln am kommenden Wochenende wohl Geisterspiele abhalten müssen, sind im nahen Mönchengladbach 10 800 Fans erlaubt.

Angesichts des aktuellen Flickenteppichs blickt der deutsche Sport am Mittwoch gebannt nach Berlin, wo Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten auf einer Krisenkonferenz über neue Einschränkungen von möglicherweise sehr großem Ausmaß berät. Auch wenn Beherbergungsverbote und der Schutz von Schulen die Debatte momentan beherrschen: Dem Sport im Allgemeinen und dem Fußball im Speziellen droht die erneute Vollsperrung und damit die Rückkehr zu ungeliebten Geisterspielen.

Klar ist: Während in immer mehr deutschen Städten die Corona-Ampel auf Rot springt, rückt die Fanzulassung in den Stadien zwangsläufig zurück in den Fokus. Kaum sind kleine Schritte in Richtung Normalität gemacht - bei Borussia Dortmund strömten schon wieder 11 500 Fans in die Arena - könnte es nun die Rolle rückwärts geben. »Man kann überlegen, ob man bei Fußballspielen wieder weniger Leute oder gar keine reinlässt«, sagte Merkel zuletzt nach einem Treffen mit den Bürgermeistern von elf Großstädten. Ihre Worte dürften für Klubs und Fans gleichermaßen wie eine Drohung klingen, Kanzleramtschef Helge Braun erwartet für Mittwoch eine Debatte, die eine »historische Dimension« annehmen könnte.

Forderung nach einheitlichen Lösungen

Freilich wird angesichts der Infektionszahlen, die allerorts in die Höhe schießen, der Sport nicht oben auf der Prioritätenliste der Spitzenpolitiker stehen. Dennoch werden die Stimmen immer lauter, die einen einheitlichen Maßnahmenkatalog im immer undurchsichtigeren Verordnungschaos um Zulassung oder Ablehnung von Zuschauern fordern. Michael Ströll, Geschäftsführer des FC Augsburg, bat nach dem Zuschauerausschluss für das Spiel gegen RB Leipzig darum, die Diskussion um die Zulassung von Zuschauern künftig »objektiver« zu führen.

Dabei ist der Fußball noch in einer relativ komfortablen Situation - im Handball, Basketball oder Eishockey mischt sich die Angst vor einem Lockdown mit der Furcht um die Existenz. Kommt es zum kompletten Zuschauerausschluss, ist das Überleben vieler Klubs akut bedroht. »Der Profisport, wie wir ihn in Deutschland kennen, wäre dann nicht mehr durchführbar«, meint Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball Bundesliga. Die Hallensportarten sind zwingend auf Zuschauereinnahmen angewiesen, der Fußball auf Fernsehbilder. Für Aufatmen sorgte in der Bundesliga am Dienstag dann auch die Nachricht, dass ein TV-Blackout am kommenden Wochenende abgewendet scheint. Auf die steigenden Infektionszahlen will die Deutsche Fußball-Liga mit praktikablen Lösungen für Journalisten und Techniker reagieren, um ein Arbeiten vor Ort und somit die Fernsehberichterstattung zu ermöglichen. SID/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln