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Trauerspiel in Thüringen

Trotz zu erwartender finanzieller Verluste in Millionenhöhe richtet Oberhof gleich zwei Weltcups im Biathlon aus

Fast leere Ränge statt ausverkaufter Tribünen, aber größerer Organisationsaufwand denn je: Der Weltcup in Oberhof wird zum finanziellen Trauerspiel. Dem thüringischen Biathlon-Mekka droht aufgrund der umzusetzenden Hygienekonzepte ein Verlust von mehr als einer Million Euro. Auch bei den Nordischen, Alpinen oder Rodlern stehen die deutschen Veranstalter aufgrund der Corona-Pandemie vor einem finanzielles Fiasko.

In Oberhof wird laut einem Bericht der Tageszeitung »Thüringer Allgemeine« das Land Thüringen für das entstandene Defizit aufkommen. Trotz der zu erwartenden Verluste ließen sich die Veranstalter sogar auf die vom Weltverband geforderte Doppelveranstaltung ein. Dies sei alternativlos gewesen, sagte Hartmut Schubert, Staatssekretär im Finanzministerium und Oberhof-Beauftragter der Landesregierung. »Hätten wir zur Anfrage des Weltverbandes nicht ja gesagt und stattdessen Ruhpolding den Vortritt gelassen, wären wir als Weltcupveranstalter künftig möglicherweise nicht mehr berücksichtigt worden«, erklärte der SPD-Politiker.

Wie viele Zuschauer vom 7. bis 11. und 13. bis 17. Januar dabei sein dürfen, ist noch unklar. 25 000 Menschen pro Tag - wie sonst üblich - werden sicher nicht zum Rennsteig pilgern. »Mehr als 9000 pro Tag« seien angesichts der hohen Auflagen kaum möglich, dämpfte Schubert bereits die Hoffnungen.

Die gleiche Problematik quält auch die Veranstalter anderer großer Wintersportevents in Deutschland. Die Planung »ins Blaue« plage die Organisatoren sehr, sagte Florian Stern von der Sport- und Veranstaltungs GmbH der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf, schließlich sei bei solchen Events »ein gewisser Vorlauf unabdingbar«. Im Allgäu plane man für Welttitelkämpfe vom 23. Februar bis zum 7. März kommenden Jahres mit »mindestens 2500 Zuschauern im Skisprungstadion« und »2000 plus x im Langlaufstadion«, sagte Moritz Beckers-Schwarz, einer der Geschäftsführer der Nordischen Ski-WM GmbH. Selbst eine Ausfallsicherung könne das zu erwartende Defizit nicht auffangen.

Die Vierschanzentournee wird ebenso mit Einschränkungen zu kämpfen haben. Für das Auftaktspringen in Oberstdorf sind maximal 2500 Zuschauer zugelassen, Garmisch-Partenkirchen spielt noch auf Zeit. Auch die Rodel-WM am Königssee und die Bob-WM in Altenberg werden mit derlei Problemen zurecht kommen müssen. »Aktuell geht es nur um die Aufgabe, Schäden abzuwenden«, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann jüngst mit Blick auf den gesamten Sport: »Wir sind an einem Punkt, an dem der Sport Hilfe zur Selbsthilfe braucht.«SID/nd

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