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Denk ich an Nathan, den Weisen ...

Karlen Vesper findet die Trennung des S.-Fischer-Verlags von der Schriftstellerin Monika Maron richtig

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: 1 Min.
Monika Maron
Monika Maron

Es muss schon Gravierendes vorgefallen sein, wenn sich ein Verlag von einer Autorin trennt. Vor allem nach langjähriger Zusammenarbeit, die Nähe schafft, auf Vertrauen gründet. Wie bei Monika Maron und S. Fischer. Der Verlag in Frankfurt am Main veröffentlichte 1981 schon ihren Debütroman »Flugasche«, der in der DDR nicht erscheinen durfte. Scheiden tut weh, ist aber mitunter dringend geboten. Die Entscheidung des Editionshauses ist richtig und folgerichtig. Sie zeugt von Verantwortung, die heute leider in der deutschen Verlagslandschaft nicht immer selbstverständlich scheint.

Maron hat mit ihrer Liebäugelei, ja Kumpanei, mit rassistischen, intoleranten, migrationsfeindlichen Kräften den Rubikon überschritten. Sie zündelt seit Längerem mit Worten. Verbaler Bürgerkrieg. Es war das gute Recht und die Pflicht des 1886 von Samuel Fischer in Berlin gegründeten Verlags, dessen Bücher 1933 auf den Scheiterhaufen der Nazis landeten und der hernach »arisiert« wurde, sich von Maron zu trennen. Auch wenn diese selbst familiär einen jüdischen Verfolgungshintergrund hat.

Umso schlimmer, dass für sie, Lessing-Preisträgerin zudem, die Ringparabel aus »Nathan der Weise« offenbar nicht als zeitloses Erbe und Ethos gilt.

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