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Ermittlungsverfahren gegen sieben Verdächtige nach Enthauptung eines Lehrers bei Paris

Zwei Schüler der Beihilfe bei islamistischem Anschlag beschuldigt / Nationale Gedenkfeier für Geschichtslehrer Samuel Paty

Polizeibeamte stehen Wache, während bei einer landesweiten Gedenkveranstaltung an den ermordeten Lehrer Samuel Paty Karikaturen der französischen Satirezeitung
Polizeibeamte stehen Wache, während bei einer landesweiten Gedenkveranstaltung an den ermordeten Lehrer Samuel Paty Karikaturen der französischen Satirezeitung "Charlie Hebdo" auf die Fassade des Hotel de Region in Montpellier projiziert werden.

Paris. Fünf Tage nach dem islamistischen Mordanschlag auf einen Lehrer bei Paris hat die Justiz Ermittlungsverfahren gegen sieben Verdächtige unter anderem wegen mutmaßlicher Beihilfe zu der Tat eingeleitet. Unter ihnen sind zwei Schüler. Sie hätten den Lehrer für den Täter identifiziert, erklärte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Präsident Emmanuel Macron ehrte den Ermordeten bei einer nationalen Gedenkveranstaltung als »Helden«.

Der Geschichtslehrer Samuel Paty sei von »Feiglingen« ermordet worden, »weil er die Republik verkörperte«, sagte Macron am Mittwochabend bei der Zeremonie an der Pariser Sorbonne-Universität. Paty sei getötet worden, »weil Islamisten uns unsere Zukunft nehmen wollen, und sie wissen, dass sie sie mit stillen Helden wie ihm niemals kriegen werden«.

Frankreich werde weiterhin »für die Freiheit kämpfen« - und Paty sei nun »das Gesicht der Republik geworden«, sagte der Präsident. Er fügte hinzu: »Wir werden die Freiheit verteidigen, die Sie so gut gelehrt haben, und wir werden den Säkularismus fortführen, wir werden Karikaturen und Zeichnungen nicht aufgeben.«

Paty hatte die Mohammed-Karikaturen im Unterricht gezeigt, als es um das Thema Meinungsfreiheit ging. Die Bilder hatte die Satirezeitung »Charlie Hebdo« veröffentlicht, auf deren Redaktionsräume im Jahr 2015 ein Anschlag mit zwölf Toten verübt worden war.

An der Zeremonie für Paty an der traditionsreichen Sorbonne nahmen 400 Gäste teil, darunter rund hundert Schüler aus dem Hauptstadtgebiet sowie zahlreiche Politiker. Während der Veranstaltung verlieh Macron dem Lehrer posthum den Orden der Ehrenlegion, die höchste Auszeichnung des französischen Staates. Der Sarg mit dem Leichnam Patys war im Innenhof der Universität aufgebahrt. Außerhalb der Hochschule verfolgten hunderte Menschen die Veranstaltung auf einer Großleinwand.

Paty war am Freitag nahe seiner Schule im Pariser Vorort Conflans-Sainte-Honorine von einem 18-Jährigen auf offener Straße mit einem langen Messer getötet und enthauptet worden. Der Angreifer tschetschenischer Herkunft veröffentlichte ein Bild seiner Gräueltat im Internet, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Die Sicherheitsbehörden gingen seither in dutzenden Einsätzen gegen Menschen und Vereinigungen vor, die mutmaßlich dem islamistischen Spektrum angehören oder nahe stehen.

Die beiden beschuldigten Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren gehörten den Ermittlern zufolge zu einer Gruppe von Schülern, denen der Täter 300 bis 350 Euro angeboten hatte, damit sie den Lehrer für ihn identifizierten. Die zwei Teenager werden der »Komplizenschaft« bei dem Mord beschuldigt, kamen aber vorläufig auf freien Fuß.

Der Vater einer Schülerin und ein islamistischer Aktivist werden ebenfalls der »Komplizenschaft« bei dem Mord bezichtigt. Sie hatten im Internet Stimmung gegen Paty gemacht. Der Vater hatte zudem am Tag des Anschlags mit dem Täter Botschaften über den Onlinedienst WhatsApp ausgetauscht. Der Lehrer sei in den Onlinenetzwerken als »Zielscheibe« ausgewiesen worden, sagte der Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard.

Bei den übrigen drei Beschuldigen handelt es sich um Freunde des Täters. Einer von ihnen soll ihn begleitet haben, als er die Mordwaffe kaufte. Ein anderer soll den Täter zum Ort des Verbrechens gefahren haben. Dem dritten werden dagegen kleinere Vergehen angelastet. Im Unterschied zu den beiden Minderjährigen blieben die fünf erwachsenen Beschuldigten nach Einleitung der Ermittlungsverfahren hinter Gittern. AFP/nd

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