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+++ Österreich meldet Corona-Tagesrekord - 2435 neue Fälle +++

Der Newsblog zur Coronakrise - Donnerstag, 22. Oktober 2020: Über 11.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert +++ Pflegebevollmächtiger will bundesweit einheitliche Corona-Regeln in Heimen

  • Lesedauer: 5 Min.
Auch die Sorge um Besuchsmöglichkeiten in Alten- und Pflegeheimen wächst.
Auch die Sorge um Besuchsmöglichkeiten in Alten- und Pflegeheimen wächst.

Österreich hat den zweiten Tag in Folge einen Rekordwert neu nachgewiesener Corona-Infektionen registriert. Am Donnerstag meldeten Innen- und Gesundheitsministerium 2435 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Im Neun-Millionen-Einwohner-Land Österreich gelten mehr als 23 000 Menschen als aktiv erkrankt, von ihnen wurden am Donnerstag 1002 im Krankenhaus behandelt. 161 der Patienten liegen auf der Intensivstation.

Die Zahl neu gemeldeter Fälle binnen sieben Tagen stieg österreichweit auf 134,5 pro 100 000 Einwohner, wie aus Daten der Gesundheitsbehörde Ages am Donnerstag hervorging.

+++ Auch Sachsen verschärft Corona-Maßnahmen +++

Sachsen führt im Kampf gegen steigende Infektionszahlen strengere Corona-Regeln ein. Dazu greift ab Samstag um 0.00 Uhr eine neue Corona-Schutzverordnung, teilte Gesundheitsministerin Petra Köpping am Donnerstag in Dresden mit. In einem Zweistufenplan gelten dann unter anderem Beschränkungen für private Feiern, Großveranstaltungen sowie Sperrstunden für die Gastronomie - abhängig von den regionalen Corona-Zahlen. »Die Infektionslage in Sachsen ist ernst, die Zahlen steigen deutlich«, so die Ministerin.

Die Eindämmung des Coronavirus - und der erneute Herbst-Anstieg

Der Freistaat schaffe mit der neuen Verordnung einen Rahmen, die Kreise könnten aber auch durchaus strengere Regeln einführen. Die neue Verordnung soll bis zum 25. Januar gelten. Sie kann laut Gesundheitsministerium aber jederzeit angepasst werden. Das sind die wichtigsten neuen Regeln ab Samstag:

MASKENPFLICHT: Die Maskenpflicht wird mit der neuen Verordnung ausgeweitet. Sie soll ab Samstag auch für öffentliche Räume gelten, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist und die Zahl der Neuinfektionen bei mehr als 35 pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt. Welche Orte das sind, sollen die Landkreise selbst festlegen. Steigt der Inzidenzwert auf 50, müssen die Kommunen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch in öffentlich zugänglichen Räumen anordnen. Neu ist, dass in Krankenhäusern, Tageskliniken sowie Arzt- und Zahnarztpraxen generell Alltagsmasken getragen werden müssen. Eine Maskenpflicht gilt auch wieder in Schulen - aber nicht im Unterricht.

SPERRSTUNDE: Schank und Speisewirtschaften in Sachsen müssen zwischen 23.00 und 5.00 Uhr schließen, sind es mehr als 50 Neuinfektionen binnen sieben Tagen, gilt die Regel schon ab 22 Uhr. Auch der Verkauf von Alkohol ist in dieser Zeit untersagt. Zudem müssen Gastronomen, Hotels und Pensionen die Kontaktdaten ihrer Gäste aufnehmen.

FAMILIENFEIERN: Gibt es mehr als 35 Fälle pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, gilt: Private Feiern sind nur mit bis zu 25 Personen erlaubt, ab einer Inzidenz von 50 sind es sogar nur noch zehn Personen. Köpping machte gerade die privaten Feiern mit Freunden und Familie als Infektionsherd aus. In ländlichen Regionen seien die Corona-Zahlen durch viele Zusammenkünfte und eine enge Dorfgemeinschaft oft höher als in den Städten. »Was eigentlich positiv ist, kann in dieser Situation zum Problem werden.« Sie appellierte daher an die Eigenverantwortung der Bürger.

Covid-19: Wie weit bis zu neuen Maßnahmen* in den Landkreisen?

VERANSTALTUNGEN: Im Rahmen der ersten Stufe sind bei Veranstaltungen im Außenbereich 250 Personen zugelassen, im Innenbereich 150 Menschen. Ausnahmen sind mit einem genehmigten Hygienekonzept möglich. Ab einem Inzidenzwert von 50 dürfen Veranstaltungen nur noch mit höchstens 100 Teilnehmern stattfinden, Ausnahmen kann das Gesundheitsamt erlauben.

Über 11.000 registrierte Neuinfektionen an einem Tag

In Deutschland sind binnen eines Tages so viele Corona-Neuinfektionen wie nie zuvor festgestellt worden. Erstmals stieg die Zahl über 10.000. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmoren mitteilte, meldeten die Gesundheitsämter für den Vortag 11.287 neue Infektionen. Zuvor hatte der Tagesanstieg bei 7.595 gelegen, der bisherige Höchstwert am vergangenen Freitag 7.830 betragen.

30 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle in Deutschland auf 9.905.

Seit Beginn der Pandemie wurden 392.049 Infektionen nachgewiesen. Aktuell ergeben sich rechnerisch etwa 76.000 Menschen mit einer akuten Infektion.

Laut RKI-Bericht vom Mittwoch werden 943 Menschen intensivmedizinisch behandelt, 424 davon werden künstlich beatmet.

+++ Auch Sachsen-Anhalt hat erstes Corona-Risikogebiet +++

Als erste Region Sachsen-Anhalts ist der Landkreis Jerichower Land nun Corona-Risikogebiet. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen habe einen Wert von 68,89 erreicht, teilte der Kreis am Mittwoch mit. Ab einem Wert von 50 gilt ein Landkreis bundesweit als Risikogebiet.

»Die Bevölkerung muss wissen, dass das Risiko sich anzustecken aktuell im Landkreis so hoch ist wie noch nie«, sagte Landrat Steffen Burchhardt (SPD). »Wir müssen jetzt eine weitere Ausbreitung so schnell wie möglich stoppen.« Der Anstieg der vergangenen Tage sei unter anderem auf private Feiern zurückzuführen. Infolge dessen verschärfte die Kreisverwaltung daher die Regeln für diese.

So sind im Jerichower Land ab sofort private Feiern auf 20 Teilnehmer begrenzt, unabhängig von Ort und Anlass. Zu fachkundig organisierten privaten Feiern dürfen in geschlossenen Räumen 100 Menschen und draußen 150 Menschen kommen. Geschäftliche Veranstaltungen und solche von Vereinen und Organisationen unter freiem Himmel sind auf 200 Personen begrenzt. »Unser Ziel muss es sein, gravierende Auswirkungen auf Kinderbetreuung, Sport und Wirtschaft wie zu Beginn der Pandemie zu verhindern«, sagte Burchhardt. »Da kann jeder seinen Beitrag leisten.« Sollten die Maßnahmen keinen Erfolg haben, könnten sie weiter verschärft werden, kündigte Burchhardt an.

+++ Pflegebevollmächtiger will bundesweit einheitliche Corona-Regeln in Heimen +++

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, will für bundesweit einheitliche Corona-Regeln in den Pflegeheimen sorgen. In wenigen Wochen werde er mit Unterstützung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und des Robert-Koch-Instituts eine Handreichung vorlegen, um den »Flickenteppich« zu beseitigen und »mehr Einheitlichkeit und Nachvollziehbarkeit« bei den Vorkehrungen zum Corona-Schutz in den Heimen herzustellen, kündigte Westerfellhaus in der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (»NOZ«) vom Donnerstag an.

Diese Regeln sollten von »wissenschaftlichen Grundlagen untermauert« sein, auch sollten bei der Erarbeitung die Heime einbezogen werden, sagte der Pflegebevollmächtigte. »Wir sind nun im Kontakt mit den Verbänden und Trägern dabei, die verschiedenen, teils sehr effizienten Regelwerke übereinanderzulegen und die besten Praktiken zu identifizieren.«

Als Grund seiner Initiative nannte Westerfellhaus die Angst hunderttausender Pflegebedürftiger vor einem neuen Lockdown der Heime: »Diese Isolation, wie wir sie im Frühjahr hatten, darf es nicht noch einmal geben.« Die Pflegebedürftigen dürften nicht »in die Verzweiflung« getrieben werden - »das wäre fürchterlich, auch für ihre Angehörigen«. Deswegen unternehme die Bundesregierung nun alles, »damit Patienten und Bewohner auch dann besucht werden können, wenn die Infektionszahlen weiter steigen«. Der Pflegeschutzbund Biva befürchtet neue Besuchsverbote in zahlreichen Alten- und Pflegeheimen. Agenturen/nd

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