Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung
  • Berlin
  • Neue Corona-Verordnungen

Weniger Kontakt, mehr Klarheit

Meine Sicht: Claudia Krieg wünscht sich vom Senat eine entschlossenere Kommunikation

  • Von Claudia Krieg
  • Lesedauer: 2 Min.
Ein Gegendemonstrant warnt die Teilnehmer*innen einer #Querdenken Demo. Auch am Sonntag zogen wieder etwa 2000 Menschen Abstände und Masken durch Berlin.
Ein Gegendemonstrant warnt die Teilnehmer*innen einer #Querdenken Demo. Auch am Sonntag zogen wieder etwa 2000 Menschen Abstände und Masken durch Berlin.

Die Ankündigung eines erneuten »Lockdowns« für die Hauptstadt zieht langsam drohend am Horizont auf. Sie wird auch immer wieder bemüht, um den Menschen begreiflich zu machen, dass es ernst ist mit dem Infektionsgeschehen. Aber die Berliner*innen sind bekanntermaßen dickköpfig und an sonnigen Herbstwochenenden nur schwer dazu zu bringen, sich nicht im Freien aufzuhalten, wo es auch in Parks und auf den Straßen so eng werden kann wie sonst nur in Innenräumen. Natürlich nutzen jetzt noch alle die Möglichkeit, die sich abzeichnenden langen, dunklen Monate zu verdrängen so gut es geht, daran ändert auch eine Pandemie nichts - zumal man keine Gesundheitsexpertin sein muss, um zum Gang an frischer Luft zu raten.

Schwierig sind hingegen die widerstreitenden Anordnungen, die von den gesundheits- und innenpolitisch Zuständigen nicht mit ausreichender Klarheit kommuniziert werden. Da löst die Polizei eine friedliche kulturelle Veranstaltung in der Alten Münze unter freiem Himmel auf, bei der sich Teilnehmende und Veranstaltende gleichermaßen um größtmögliche Einhaltung der Hygiene-Auflagen bemühen. Am nächsten Tag lässt sie eine politische Kundgebung durch die Stadt ziehen, bei der Menschen sich als frei, aufmüpfig und gezielt ohne Maske inszenieren, um damit von ihren rechten Verschwörungstheorien abzulenken.

Man solle eine Maßnahme nicht an ihrer unmittelbaren Wirksamkeit bemessen, erklärte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag. Aber woran dann? Entweder Veranstaltungen sind unter bestimmten Auflagen erlaubt oder nicht. Gerade, wenn es hier keine Klarheit gibt und diese auf allen politischen Ebenen nachvollziehbar transportiert wird, sinkt die Akzeptanz der Einschränkungen und der rot-rot-grüne Senat verliert die Berliner*innen, die diese so gut es eben geht, mittragen.

Die Pandemie wird zu einem politischen Prüfstein dieser Regierung, das muss ihr klar sein.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln