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Ohne Maskerade als Großmutter

Der designierte Gesamtmetallchef Stefan Wolf will ans Eingemachte

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: 2 Min.
Stefan Wolf, Vorsitzender des Verbandes Südwestmetall und designierte Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall.
Stefan Wolf, Vorsitzender des Verbandes Südwestmetall und designierte Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall.

»Ei, Großmutter, was hast du für große Ohren!« - »Dass ich dich besser hören kann!« - »Ei, Großmutter, was hast du für große Augen!« - »Dass ich dich besser sehen kann!« - …

Mit einer Maskierung seiner Absichten wie der böse Wolf im Grimm’schen Märchen vom Rotkäppchen hält sich Stefan Wolf gar nicht erst auf: Der designierte Chef des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall kommt vor den Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie, die zum Ende des Jahres anstehen, ganz deutlich und ohne Umschweife mit einem »Dass ich dich besser fressen kann!« daher.

Forderungen nach einer erneuten Nullrunde (nach dem vorläufigen Corona-Verzicht auf Lohnerhöhungen) und Zurückstecken bei Sonderzahlungen und Zuschlägen bekräftigte der 59-Jährige am Wochenende via »Bild«-Zeitung und ließ keinen Zweifel daran, dass seine Verhandlungspartner von der IG Metall eine harte Tarifrunde zu erwarten haben: »Wir brauchen jetzt Mehrarbeit ohne vollen Lohnausgleich. Das können mal zwei oder auch mal vier Stunden pro Woche sein.« Eine starre 35-Stunden-Woche passe nicht mehr in die Zeit, er wolle flexibel je nach Auftragslage abweichen, stellte Wolf sein Programm klar.

Auch an Spätzuschläge, Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld und Pausenregelungen will der promovierte Jurist ran, der im November an die Gesamtmetall-Spitze gewählt werden soll. Außerdem möchte er Kurzarbeit generell nur mit entsprechenden Lohnabschlägen. »Wenn Sie reinhören in die Betriebe: Viele Menschen wären zu Zugeständnissen bereit«, ist sich der Südwestmetall-Vorsitzende und Vorstandschef des baden-württembergischen Autozulieferers ElringKlinger sicher. »Da fordere ich die IG Metall auf: Hört auf diese Menschen.«

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