Werbung

Armut per Gesetz ist Absicht

Meine Sicht: Über Lösungen für Leute, denen das Gas abgedreht wird.

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.
Energiearmut: Armut per Gesetz ist Absicht

Berlins einstiger SPD-Finanzsenator Thilo Sarrazin hatte armen Menschen einmal empfohlen, die Heizung herunterzuregeln und dicke Pullover anzuziehen. Der zynische Ratschlag sorgte für hitzige Kommentare. Davon wurde den Menschen aber auch nicht warm, die im Kalten sitzen sollen und es viel zu oft auch müssen. Dabei war es doch ausgerechnet eine rot-grüne Bundesregierung, die mit Hartz IV Armut per Gesetz eingeführt und so das Problem verschuldet hatte.

Es gibt allerdings Tipps zum Energiesparen, die ohne soziale Kaltherzigkeit auskommen. Es gibt leider Familien, deren Kinder im Dunkeln ihre Hausaufgaben erledigen, weil sie nicht wissen, dass eine Energiesparlampe lediglich Stromkosten von jährlich ein paar Dutzend Cents verursachen würde. Ratsam ist es, den Kühlschrank ab und an abzutauen, denn der ist wirklich eine Energieschleuder. Viel besser noch wäre es, einen modernen Kühlschrank anzuschaffen, der viel weniger Strom verbraucht als veraltete Geräte.

Aber gerade eine solche Investition können sich arme Menschen selten leisten, obwohl es sich langfristig auszahlen würde. Die österreichische Stadt Graz beispielsweise tauschte schon vor Jahren in bedürftigen Haushalten alte Kühlschränke gegen neue aus.

Es gibt also verschiedene Lösungsansätze der Beratung und Unterstützung. Das Land Berlin hat da in der Vergangenheit einige Schritte unternommen. Die tiefgreifendste Lösung läge in der Macht des Bundestags. Es wäre die Abschaffung der Armut per Gesetz, die durch Hartz IV nach wie vor besteht. An diesem Gesetz wird aber seit seiner Einführung maximal ein bisschen herumgedoktert. Die Armut ist gewollt, damit Menschen mit bescheidenem Einkommen gezwungen sind, lieber für niedrige Löhne zu arbeiten, als noch weiter abzurutschen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln