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Chemnitzer Basketballer starten in die Bundesliga

Die Niners haben als Aufsteiger kleine Ziele - und wie alle Klubs große Probleme

  • Von Sebastian Wutzler, Chemnitz
  • Lesedauer: 3 Min.

Ausgerechnet der Vater des sportlichen Erfolges verpasst die Premiere der Niners Chemnitz in der Basketball-Bundesliga. Cheftrainer Rodrigo Pastore ist einer von fünf Corona-Infizierten im Team des BBL-Aufsteigers. Deshalb kann der 48 Jahre alte Argentinier, der seit 2015 bei den Sachsen im Amt ist, den Saisonauftakt am Sonnabend in Crailsheim nur zu Hause vor dem Bildschirm verfolgen. Auch wenn es für die Chemnitzer in erster Linie um den Klassenerhalt geht - intern liebäugelt das Team mit einer Überraschung. »Ich habe aus der Mannschaft gehört, dass sie sich höhere Ziele setzt. Aber wir wollen als Verein mit kleinen Zielen in die Saison gehen«, sagte Geschäftsführer Steffen Herhold.

Mit dem Trainer sei man »ständig im Austausch, entweder per Telefon oder Zoom. Wir filmen das Training, so dass er sich die Einheiten im Nachgang immer anschauen kann. Anschließend bekommen wir ein wertvolles Feedback von ihm«, erklärte Co-Trainer Sascha Prötzig die ungewöhnliche und schwierige Vorbereitung auf das erste Saisonspiel.

Ungewöhnliche Vorbereitung

Neben Pastore und einem weiteren Mitglied des Betreuerstabes werden auch drei Spieler, die sich ebenfalls noch in Quarantäne befinden, in Crailsheim nicht zur Verfügung stehen. Aus taktischen Gründen will der Verein die Namen der Akteure nicht veröffentlichen, um den Gegner bei der Spielvorbereitung noch etwas im Unklaren zu lassen. Schließlich haben sich beide Mannschaften bereits Mitte September in einem Testspiel duelliert. Damals verloren die Chemnitzer gegen die Merlins deutlich mit 81:107. »Sie verteidigen sehr intensiv und spielen mit einem sehr hohen Tempo. Der Stil soll auch uns so ein bisschen auszeichnen. Selbst wenn die Rahmenbedingungen nicht die Besten sind, fahren wir mit der Absicht dorthin, mit einem Sieg wiederzukommen«, erklärte Prötzig.

Für das Abenteuer Bundesliga können die Chemnitzer immerhin auf ein eingespieltes Spielergerüst aus der Vorsaison bauen. Die Mannschaft um Kapitän Malte Ziegenhagen wurde zusätzlich mit den drei US-Amerikanern Shannon Bogues, Marcus Thornton und George King, dem Kanadier Isiaha Mike sowie dem deutschen Center Filip Stanic verstärkt. Nicht nur angesichts der personellen Ausfälle gehen die Sachsen aber als klarer Außenseiter in das erste Saisonspiel. Weil sich die gesamte Mannschaft bis zum vergangenen Wochenende in Quarantäne befand, fielen zudem drei geplante Testspiele aus.

Bedrohliche Lage

Wie die meisten Klubs kämpfen auch die Chemnitzer mit den finanziellen Folgen der Corona-Pandemie. Obwohl die Niners in der Vergangenheit stets seriös gewirtschaftet haben, ist eine genaue Etatplanung nahezu unmöglich. »Das ist wie Fahren im Nebel bei 200 Stundenkilometern«, meinte Herhold. Rund 140 Sponsoren unterstützen den Verein. Diese Erlöse sind für die Niners die Haupteinnahmequelle. Ein Teil der fehlenden Zuschauereinnahmen soll mit der staatlichen Coronahilfe ausgeglichen werden. »Ein gewisses Maß an Geisterspielen können wir uns leisten. Wenn wir mehr als 50 Prozent der Hauptrundenspiele ohne Zuschauer austragen müssen, wird es eine bedrohliche Lage«, betonte Herhold. dpa/nd

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