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Suggerierte Entscheidungsfreiheit

Lisa Ecke über die Studie »Für wen lohnt sich Arbeit«

  • Von Lisa Ecke
  • Lesedauer: 1 Min.
Hartz IV: Suggerierte Entscheidungsfreiheit

Eine neue Studie vom ifo-Institut vermittelt den Eindruck, Menschen in Hartz IV seien faul, hätten keinen Arbeitsanreiz. Die persönliche, prinzipielle Entscheidung zu arbeiten oder nicht, sei ein wichtiger Faktor bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit, so die Studienautoren. Beispielsweise werde der Arbeitsanreiz bei Menschen in Hartz IV gesenkt, indem hinzuverdientes Geld von mehr als 100 Euro im Monat mit dem Regelsatz verrechnet wird. Auch die Höhe der Hartz-IV-Regelsätze spiele eine Rolle.

Dabei haben Menschen in Hartz IV wegen drohender Sanktionen gar keine Wahl, einen unpassenden oder schlecht bezahlten Job abzulehnen. Der Zwang zur Annahme jedes Jobs zeigt sich auch daran, dass nach Einführung von Hartz IV immer mehr Menschen für niedrige Löhne arbeiten mussten. Es gibt heute über eine Million Aufstocker, also Menschen, die arbeiten, aber zusätzlich Sozialhilfe beziehen müssen.

Manche werden die Ergebnisse so interpretieren, dass die Regelsätze zu hoch sind und damit den Willen zum Arbeiten mindern. Oder eine Anhebung des Geldes fordern, das dazuverdient werden kann, ohne mit dem Regelsatz verrechnet zu werden. Beides jedoch würde zu noch mehr Niedriglohneinkommen führen.

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