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G20-Staaten erklären guten Willen

Corona-Impfstoff soll gerecht verteilt werden - US-Präsident Trump ging lieber Golf spielen

  • Von Uwe Kalbe
  • Lesedauer: 2 Min.
Wie bei der Zoom-Familienkonferenz: Die G20 virtuell.
Wie bei der Zoom-Familienkonferenz: Die G20 virtuell.

Berlin. Weltweite Probleme harren der Lösung, die G20-Staaten hatten also Stoff genug. Corona war vorrangiges Thema, neben der Klimakrise und der angeschlagenen Weltwirtschaft. Die G20-Staaten als stärkste Wirtschaftsmächte haben im Kampf gegen Corona über 21 Milliarden Dollar (17,7 Milliarden Euro) ausgegeben. Ob es jedoch auf dem Gipfel zur Vereinbarung eines finanziell konzertierten Vorgehens kommen würde, stand bis zuletzt in den Sternen. Europäische Union und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatten die Gipfelteilnehmer zuvor aufgefordert, mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Bei der WHO-Initiative ACT Accelerator, die eine gerechte Verteilung von Impfungen und anderen Mitteln gegen das Coronavirus weltweit sicherstellen soll, klaffe eine Finanzierungslücke von 4,5 Milliarden Dollar. Viele Experten befürchten überdies, dass reiche Länder sich Impfdosen sichern und Entwicklungsländer das Nachsehen haben.

Diesen Verdacht bestärkte US-Präsident Donald Trump, als er das Wort ergriff. Er lobte eigene Maßnahmen gegen Corona, »um die Schwachen zu schützen, bahnbrechende Behandlungsmethoden einzuführen und Impfstoffe und Therapien in rekordverdächtiger Geschwindigkeit zu entwickeln«, wie das Weiße Haus mitteilte. Dies ungeachtet der Tatsache, dass die USA die Listen der Coronatoten mit 255 000 sowie der Infektionen mit zwölf Millionen weltweit anführen. Nach der Rede saß Trump noch eine Weile im Konferenzraum des Weißen Hauses, twitterte Themen, die mit dem Gipfel nichts zu tun hatten, und ging dann Golf spielen.

Immerhin schien Trump die Abschlusserklärung bei seinem voraussichtlich letzten Gipfelauftritt mittragen zu wollen. In dieser wurde vereinbart, »keine Mühe zu scheuen«, einen gerechten und erschwinglichen Zugang zu Corona-Impfstoffen in der Welt sicherzustellen. Das geht aus einem Entwurf der Abschlusserklärung des G20-Gipfels hervor, über den die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Besonders wird die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervorgehoben, die es zu unterstützen gelte - die USA hatten sich aus der WHO zurückgezogen.

Das Virus unter Kontrolle zu bringen, sei der Schlüssel für die Erholung der globalen Wirtschaft, so die Erklärung. »Wir sind entschlossen, weiterhin alle verfügbaren politischen Instrumente einzusetzen (...) um das Leben, die Jobs und die Einkommen der Menschen zu schützen«, heißt es. Armen Ländern werden weitere Schuldenerleichterungen in Aussicht gestellt. 2021 wird überprüft, ob eine Verlängerung der bis Juni vereinbarten Stundung der Rückzahlung um sechs Monate erforderlich ist. Den Klimawandel zählt der Entwurf »zu den drängendsten Herausforderungen unserer Zeit«. 19 der 20 Länder - ohne die USA, die das Pariser Abkommen verlassen hatten - bekräftigen ihren Willen zu dessen Umsetzung. Mit Agenturen

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