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Strengere Regeln in Schweden

Seit Dienstag weitere Kontaktbeschränkungen

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: 3 Min.

Schweden gilt als Ausnahme, als das Land, das in der Coronakrise bisher mehr auf die Eigenverantwortung der Bürger denn auf Verbote setzte. Doch angesichts der auch dort stark steigenden Corona-Infektionszahlen gelten seit Dienstag neue schärfere Kontaktbeschränkungen - mit die strengsten Regeln, die bislang überhaupt in dem skandinavischen Land erlassen wurden.

So dürfen nur noch maximal acht Personen zu öffentlichen Zusammenkünften und Veranstaltungen zusammenkommen. Dies gelte auch für für Demonstrationen, erklärte eine Sprecherin des Innenministeriums. Gelten soll die Regelung vorerst für vier Wochen. Bisher durften sich bis zu 50 Personen versammeln. Seit kurzem dürfen zudem Kneipen und andere Lokale nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen.

In einer Rede zur Nation hatte Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven am Sonntag alle Bürger dazu aufgerufen, im Kampf gegen die Pandemie zusammenzustehen und die Hygieneregeln zu beachten. »Mehr Menschen stecken sich an. Mehr Intensivbetten werden für Schwerkranke mit Covid-19 benötigt. Mehr Menschen sterben«, so Löfven. Zu viele Menschen hielten sich nicht an die Empfehlungen zur Pandemiebekämpfung.

In Schweden leben rund 10,3 Millionen Einwohner. Bislang wurden mehr als 208 000 Infektionsfälle und mehr als 6400 Todesfälle registriert, die mit dem Coronavirus in Verbindung stehen. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl war die Zahl der Neuinfektionen in Schweden in den vergangenen Wochen fast doppelt so hoch wie in Deutschland.

Während Schweden seine Anti-Corona-Maßnahmen ausweitet, beendet England Anfang Dezember seinen vierwöchigen Teil-Lockdown und kehrt zu regionalen Corona-Beschränkungen zurück. »Wir werden zu einem regionalen Ansatz mit verschiedenen Stufen zurückkehren - und dort die strengsten Maßnahmen einführen, wo Covid am präsentesten ist«, erklärte der britische Premier Boris Johnson am Montag. Bis Inkrafttreten der Lockerungen gelten in England weiterhin sehr strenge Kontaktbeschränkungen, viele Geschäfte sind geschlossen.

Wie für Deutschland auch angedacht, soll es für Weihnachten Lockerungen geben, und Treffen mit den Angehörigen mehrerer Haushalte erlaubt sein. Johnson, der nur über die Maßnahmen in England bestimmen kann, will dazu Maßnahmen mit Wales, Schottland und Nordirland abstimmen.

Auch in Frankreich könnte sich die Lage für die Bevölkerung etwas entspannen. Am Montag hatten die Gesundheitsbehörden erstmals seit Wochen weniger als 5000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages und damit den niedrigsten Wert seit Ende September gemeldet. Da sich die Lage insgesamt bereits seit einiger Zeit verbessert, gehen die Behörden davon aus, dass der Höhepunkt der zweiten Welle überschritten ist. Im Herbst wurden zum Teil um die 60 000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Covid-19-Pandemie sind in Frankreich fast 50 000 Menschen im Zusammenhang mit Corona gestorben.

Am Dienstagabend wollte sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung wenden. Es wurde erwartet, dass er dabei den weiteren Kurs des Landes im Kampf gegen die Pandemie erläutern und sich zu möglichen Lockerungen der Corona-Beschränkungen äußern wollte.

Ab Anfang Dezember könnten demnach nach Angaben aus dem Umfeld des Präsidenten zunächst eine Reihe von Geschäften wieder öffnen. Zu den Feiertagen könnte es den Franzosen dann womöglich zudem gestattet sein, ihre Familien zu besuchen. Ebenfalls wurde erwartet, dass sich Präsident Macron in seiner TV-Ansprache auch zur angestrebten Impfstrategie äußert. Mit Agenturen Kommentar Seite 10

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