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Profiteur eines Machtkampfs

Alexander Ludewig zur Entscheidung des DFB für Joachim Löw

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 1 Min.

Joachim Löw bleibt Bundestrainer. Über die Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) lässt sich streiten. Das haben schon die Diskussionen nach dem 0:6 gegen Spanien bewiesen. Überraschend kam sie aber nicht - weil der weltgrößte Einzelverband seiner Verantwortung aufgrund unprofessioneller Strukturen und interner Machtkämpfe nicht gerecht wird.

Kurz nach der Niederlage hatte DFB-Präsident Fritz Keller im Alleingang Löw das Vertrauen ausgesprochen. Laut Satzung darf er das nicht. Und weil Keller zudem mit Generalsekretär Friedrich Curtius in einem Clinch liegt, der den Verband spaltet, wurde eine Aufarbeitung mit dem gesamten Präsidium gefordert und angekündigt. Dazu kam es nicht. Vier von fünf Mitgliedern des Präsidialausschusses, Curtius fehlte krankheitsbedingt, ließen sich am Montag von Löws knapper Analyse überzeugen - und gaben die Empfehlung, ihn zumindest bis zur EM 2021 weiterarbeiten zu lassen. Das DFB-Präsidium folgte und sprach von einer »einvernehmlichen« Entscheidung.

Löw profitierte von einem Machtwort, dessen eigentliches Ziel eher die interne Fehde war. Es fehlt aber auch eine Alternative zu Löw: Weil es in der Verbandsführung kaum sportliche Kompetenz gibt und die Belange des Nationalteams an DFB-Direktor Oliver Bierhoff und Löw übergeben wurden.

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