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Mit Abwehrsorgen zur Weltmeisterschaft

Handball-Bundestrainer Gislason fehlt Erfahrung im Kader

Dortmund. Alfred Gislason saß mit ernster Miene in seinem Arbeitszimmer und dämpfte die Erwartungen an die deutschen Handballer für die Weltmeisterschaft in Ägypten. »Das Ziel ist traditionell das Halbfinale. Das ist in dieser Konstellation aber nicht realistisch, weil wir eine relativ neue und unerfahrene Mannschaft haben«, betonte der Bundestrainer am Montag nach der Nominierung des 20-köpfigen WM-Kaders angesichts von sieben prominenten Absagen im Vorfeld. Mit sechs Europameistern von 2016 und zwei Neulingen reist die Auswahl des Deutschen Handballbundes, die von Kapitän Uwe Gensheimer angeführt wird, am 12. Januar nach Ägypten. Dort trifft sie in der Vorrunde auf Uruguay, WM-Neuling Kap Verde und Ungarn.

Wegen der Coronakrise haben die Leistungsträger Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek, Finn Lemke und Steffen Weinhold aus familiären Gründen freiwillig auf das Turnier vom 13. bis 31. Januar verzichtet. Dadurch bricht Gislason der komplette Innenblock in der Defensive weg. »Wir sind gezwungen, mehr zu experimentieren«, sagte der 61 Jahre alte Isländer. »Das Problem ist, dass wir keine große Auswahl an deutschen Spielern haben, die in der Bundesliga im Innenblock spielen.« Aus gesundheitlichen Gründen fehlen zudem die Rückraumspieler Fabian Wiede, Franz Semper und Tim Suton. Immerhin sind mit Torwart Andreas Wolff sowie Tobias Reichmann, Kai Häfner, Julius Kühn, Christian Dissinger und Jannik Kohlbacher noch ein halbes Dutzend EM-Sieger von 2016 dabei. Ganz neu im Kader sind Sebastian Firnhaber und Antonio Metzner vom HC Erlangen.

Wegen der Corona-Umstände gelten für die WM mit erstmals 32 Teams etwas andere Regeln als sonst. Zwar dürfen pro Spiel wie gewohnt nur 16 Akteure eingesetzt werden, die exakte Formation kann Gislason aus dem Kreis der 20 WM-Fahrer aber für jede Partie kurzfristig neu festlegen. Zudem hat der Weltverband erlaubt, ihren 35-köpfigen vorläufigen WM-Kader nachträglich zu verändern.dpa/nd

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