+++ »Querdenken« verzichtet auf Großdemonstration +++

Der Newsblog zur Coronakrise - Freitag, 25. Dezember 2020: +++ Umfrage: Zwei Drittel wollen sich gegen Corona impfen lassen +++ Gerd Müller: Milliardäre sollten finanziell helfen +++

  • Lesedauer: 4 Min.

Paris. In Europa haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie bereits mehr als 25 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Dies ergab eine AFP-Zählung vom Freitag aus 52 Ländern auf Grundlage von Behördenangaben. Bei der Zahl der Todesfälle hatte Europa am 17. Dezember die Marke von 500.000 überschritten, mittlerweile liegt die Zahl bei 540.647.

Insgesamt starben bislang weltweit mehr als 1,74 Millionen Menschen im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus. Weltweit liegt die Zahl der Infektionen bei mehr als 79,3 Millionen, mehr als 50,1 Millionen der infizierten Menschen gelten mittlerweile als geheilt. Bis zum 1. Weihnachtsfeiertag wurden weltweit binnen 24 Stunden 12.667 Todesfälle und 692.731 Neuinfektionen gezählt. Die USA sind mit mehr als 18,6 Millionen nachgewiesenen Infektionen und mehr als 329.000 Corona-Toten das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land.

+++ Zwei Drittel wollen sich gegen Corona impfen lassen +++

Berlin. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland wollen sich laut einer Umfrage gegen das Coronavirus impfen lassen. In der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben 32 Prozent der Befragten an, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen.

Weitere 33 Prozent sind zwar ebenfalls dazu entschlossen, wollen aber trotzdem erst einmal mögliche Folgen der Impfung bei anderen abwarten. 19 Prozent haben sich gegen eine Impfung entschieden, 16 Prozent sind noch unentschlossen. Nach der YouGov-Umfrage steigt die Impfbereitschaft kontinuierlich mit dem Alter.

Von den 18- bis 24-Jährigen wollen sich 54 Prozent impfen lassen, von Menschen über 55 sind es dagegen 71 Prozent. Auch bei den Wählern der AfD liegt sie mit 51 Prozent deutlich niedriger als bei den Anhängern aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien. Besonders hoch ist sie bei den Grünen-Wählern mit 82 Prozent.

+++ »Querdenken« verzichtet auf Großdemonstration +++

Stuttgart. Die verschwörungsgläubige »Querdenken«-Bewegung will vorerst keine Großdemonstrationen mehr abhalten. In einer am Donnerstagabend im Internet verbreiteten Videobotschaft ruft der »Querdenken«-Gründer Michael Ballweg dazu auf, das Verbot der geplanten Demonstrationen in Berlin zu akzeptieren und am 30. am 31. Dezember sowie am 1. Januar nicht in die Bundeshauptstadt zu fahren.

Zugleich erklärte der Stuttgarter Unternehmer, den Winter für eine Pause nutzen zu wollen. Er empfehle auch allen anderen »Querdenken«-Ortsgruppen nur noch kleine Versammlungen im Rahmen der derzeit erlaubten Teilnehmerzahlen durchzuführen. Am Mittwoch hatte die Berliner Polizei die für den 30. Dezember geplante »Querdenken«-Demonstration gegen staatliche Beschränkungen in der Corona-Krise verboten.

Zur Begründung wurde die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung genannt. Für den Aufzug hatte »Querdenken« 22.500 Teilnehmer angekündigt. Ursprünglich sollte sie am Silvestertag stattfinden.

+++ Gerd Müller: Milliardäre sollten finanziell helfen +++

Berlin. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) schlägt eine finanzielle Beteiligung von Milliardären zur Überwindung der Coronakrise vor. »In der Krise machen die Digitalkonzerne und die Finanzwirtschaft riesige Gewinne, während die kleinen Geschäfte in unseren Innenstädten unter der Corona-Krise leiden«, sagte Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Er fände es angemessen, »wenn sich superreiche Krisengewinner jetzt freiwillig an der Finanzierung der Krisenbewältigung beteiligen«. Er schlage vor, dass Milliardäre in einen Solidaritätsfonds einzahlen, etwa bei den Vereinten Nationen. Sie könnten aber auch direkt die globale Impfplattform Covax oder das Welternährungsprogramm unterstützen.

Auch sollten sich aus seiner Sicht große Digitalkonzerne wie Google, Facebook und Apple stärker am Gemeinwohl beteiligen. Diese zahlten bisher in Europa, aber auch in Entwicklungsländern kaum Steuern. »2021 sollten ein neuer Anlauf unternommen werden, eine wirksame Digitalsteuer international einzuführen«, sagte der deutsche Entwicklungsminister.

+++ Corona-Impfstoff in Italien angekommen +++

Rom. In Italien sind die ersten Corona-Impfstoffe angekommen. Das bestätigte das italienische Gesundheitsministerium am Freitag. 9750 Dosen von Pfizer-Biontech aus Belgien hätten die Staatsgrenze in der norditalienischen Ortschaft Brenner passiert, berichteten mehrere Medien, darunter auch die italienischen Nachrichtenagenturen Ansa und ADNKronos am Freitagvormittag.

Der Transport wurde von Polizeiautos der Carabinieri eskortiert, wie auf einem Video zu sehen war, das das Gesundheitsministerium verbreitete. Die Impfdosen seien auf dem Weg nach Rom. Am 27. Dezember will Italien in der Hauptstadt die ersten Impfstoffe gegen Corona verabreichen. Der Tag ist EU-weit als Impfstart vorgesehen, auch in Deutschland soll von da an geimpft werden. Der europäische »V-Day« (Vaccine Day - Impftag) soll der Startschuss für die Impfkampagne sein. Im Januar werden laut Plan weitere Impfdosen verabreicht.

+++ Israel mit Corona-Höchststand seit drei Monaten +++

Tel Aviv. Kurz vor Beginn eines dritten Teil-Lockdowns in Israel sind die Corona-Zahlen in dem Land auf den höchsten Stand seit fast drei Monaten geklettert. Das Gesundheitsministerium teilte am Freitag mit, binnen 24 Stunden seien 3958 neue Fälle gemeldet worden - so viele hatte es in dem Mittelmeerland seit Anfang Oktober nicht mehr gegeben. Angesichts der steigenden Zahlen soll in Israel von Sonntagnachmittag ein dritter Teil-Lockdown verhängt werden. Dieser soll für mindestens zwei Wochen gelten, es wird jedoch schon mit einer Verlängerung um zwei oder drei weitere Wochen gerechnet. Agenturen/nd

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