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Klimaaktivist*innen protestieren in Lützerath

Ortschaft soll dem Braunkohletagebau Garzweiler II weichen

  • Lesedauer: 2 Min.
Garzweiler II: Klimaaktivist*innen protestieren in Lützerath

Erkelenz-Lützerath. Dutzende Aktive aus der Klima-Gerechtigkeits-Bewegung haben ihre Proteste gegen die geplante Abbaggerung des Dorfes Lützerath und weiterer Ortschaften am Rande des Braunkohletagebaus Garzweiler II fortgesetzt. Am Montagmorgen besetzten sie das Dach eines Hauses in Lützerath und blockierten mit einem Tripod, einem dreibeinigen Gestell, die Landstraße L277 bei Alt-Immerath, wie eine Sprecherin der Initiative »Kein Grund für Kohle« sagte. Ziel sei, die Zufahrt von Räumungsgeräten zu erschweren. Etwa 20 Menschen seien an den den Aktionen beteiligt gewesen.

Anfang vergangener Woche hatte der Energiekonzern RWE unter Protest der örtlichen Initiativen mit den Vorbereitungen zum Abriss begonnen. Die Aktionsgruppe »Kein Grund für Kohle« verwies darauf, dass einige Bewohner*innen der Ortschaft noch in ihren Häusern lebten. Ein Landwirt wehre sich weiterhin gegen seine Enteignung für den Tagebau. Das Unternehmen reagierte mit einem massiven Aufgebot des Werkschutzes. Ein RWE-Sprecher hatte bereits in der vergangenen Woche darauf verwiesen, dass die Umsiedlung des Dorfes so gut wie abgeschlossen sei. Bis auf einen noch klagenden Landwirt sei mit allen Anwohner*innen eine Einigung zur Umsiedlung erzielt worden. Die Planungen zur Umsiedlung von Lützerath seien seit langem bekannt und genehmigt, die Kohlebagger sollten das Dorf im Laufe dieses Jahres erreichen.

»Lützerath ist die rote Linie fürs Klima und damit für unser aller Zukunft. Wenn die Kohle unter Lützerath abgebaggert wird, kündigt Deutschland faktisch die 1,5°-Grenze auf«, sagt Lisa Neurat, die gemeinsam mit anderen Menschen seit mehreren Stunden trotz eisigen Temperaturen die Straße blockiert. Es sei eine Schande, dass hier Menschen zwangsumgesiedelt und trotz Wohnraumknappheit Häuser abgerissen werden, nur um die Profite eines Konzerns zu steigern, ergänzt Ilva Meyer.

Seit dem Sommer besteht durch die Mahnwache Lützerath ein Anlaufpunkt vor Ort, an dem Menschen sich informieren und neue gemeinschaftliche Formen des Zusammenlebens erproben. Neben Lützerath sollen in den kommenden Jahren auch die Ortschaften Keyenberg, Kuckum, Unterwestrich, Oberwestrich und Berverath abgebaggert werden. Dagegen wehren sich verschiedene lokale Initiativen. Anwohner*innen der Dörfer haben sich in der Gruppe »Alle Dörfer Bleiben!« zusammengeschlossen, die vergangene Woche ebenfalls in Lützerath demonstrierte. epd/nd

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